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Sony baut letzte Disc-Fabrik für PlayStation-Spiele bereits für neue Technik um
Das Werk in Österreich stellt die Produktion um und fertigt künftig Mikrolinsen. Für haptische Datenträger bedeutet dieser Schritt das endgültige Ende.
Sony rüstet die letzte verbleibende Fabrik für physische Discs bereits um. Das passiert nur wenige Tage, nachdem das Unternehmen angekündigt hat, die Produktion physischer Spiele einzustellen.
Laut dem ORF Salzburg behalten die rund 300 Mitarbeiter in Sonys Produktionsstätte in Thalgau trotz dieser Neuigkeiten ihre Jobs (was erfreulich ist). Sony schult sie alle um, damit sie künftig Mikrolinsen statt physischer Discs herstellen (was traurig ist). Optische Mikrolinsen sind übrigens wichtige Komponenten, um den Stromverbrauch und Bandbreiten-Engpässe zu steuern. Sie kommen in Headsets und anderen Geräten zum Einsatz, die eine präzise Lichtsteuerung erfordern. Ihr seht also, warum ein Elektronikriese wie Sony sie in all seinen Geschäftsbereichen braucht.
Das Werk produziert täglich 600.000 Discs. Laut dem ORF Salzburg dürfte diese Zahl jedoch deutlich sinken, da sich Sony von der physischen Produktion verabschiedet. Dietmar Tanzer, CEO des Disc-Herstellers Sony DADC, lieferte dem Sender weitere Einblicke. Ihm zufolge machen die kommenden Aufträge der Fabrik durch diesen Kurswechsel nur noch mickrige zehn Prozent des üblichen Volumens aus. Die Umschulung ist also eine absolut logische Konsequenz.
Sony plant das Ende der Disc-Herstellung schon seit einiger Zeit. Wie die Unternehmensführung gegenüber dem ORF Salzburg erklärte, investierte der Konzern 30 Millionen Euro in neue Technologien zur Herstellung von Mikrolinsen. Laut Sony-DADC-Chef Markus Streibl entsteht hier ein "neues Geschäftsfeld".
Wie The Verge anmerkt, scheint die Fabrik in Thalgau Sonys letztes verbleibendes Werk zur Disc-Herstellung zu sein. Zuvor produzierte das Unternehmen auch in den USA, aber das Werk in New Jersey schloss bereits 2011 seine Pforten.
Damit ist das Schicksal und der endgültige Tod physischer PlayStation-Spiele bereits besiegelt – und das, obwohl die Leiche noch nicht einmal kalt ist. Durch die Umrüstung der Fabrik gibt es weltweit bald keinen Produzenten für PlayStation-Discs mehr. Da Sony als einziges Unternehmen in der Lage ist, diese Discs herzustellen, kann auch nicht einfach eine andere Firma in die Bresche springen.
Es ist also eine weitere tragische Nachricht in einer ohnehin schon von schlechten News geprägten Woche. Sony kündigte nämlich außerdem das Ende des Supports für seine PS3- und PS-Vita-Stores an – ein regelrechter Doppelschlag in die Magengrube.