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Droht das Aus für Obsidian? Widersprüchliche Berichte über Xbox-Verhandlungen
Laut Insidern verhandelt das Rollenspiel-Studio intern um sein Überleben, doch Jason Schreier widerspricht. Die Lage bei Microsoft bleibt extrem angespannt.
Einem neuen Bericht von The Game Business zufolge verhandelt Obsidian Entertainment derzeit als weiteres Studio mit Microsoft, um eine Schließung im Zuge der umstrittenen geschäftlichen Neuausrichtung des Unternehmens abzuwenden. Erst gestern haben wir erfahren, dass der Dishonored-Entwickler Arkane Berichten zufolge eines von fünf Studios ist, die Microsoft im Rahmen seines großen "Resets" schließen will. Dies knüpft an frühere Aussagen an, die Double Fine, Compulsion Games und Ninja Theory als weitere mögliche Opfer der jüngsten, umfassenden Entlassungswelle von Microsoft und Xbox nennen. Auch Undead Labs ist von diesem Schritt betroffen.
Der Bericht von The Game Business fällt speziell in Bezug auf Obsidian recht knapp aus. Christopher Dring merkt in seinem Artikel jedoch an, dass "bei einigen Teams das Gefühl vorherrscht, für das schwache Abschneiden von Call of Duty bestraft zu werden". Darauf folgt die Behauptung, dass die Verkaufszahlen von Avowed und The Outer Worlds 2 "fünfmal so hoch hätten ausfallen können" und den "Einbruch bei Call of Duty trotzdem nicht ausgeglichen hätten". Dring stellt fest, dass ein Spiel dieser Größenordnung – zusammen mit Candy Crush, Minecraft und Warcraft – einen Großteil des restlichen Xbox-Portfolios "fast schon unbedeutend erscheinen lässt".
Genau deshalb halten einige Microsoft-Mitarbeiter intern die Abstoßung oder Schließung von Studios wie Undead Labs, Double Fine oder Ninja Theory für völlig sinnlos. "Wenn sie glauben, sie könnten dieses Budget einfach nehmen, in Halo stecken und daraus plötzlich einen 95er-Metacritic-Hit machen, machen sie sich gewaltig etwas vor", erklärte ein Entwicklungsexperte gegenüber The Game Business.
Kurz nach der Veröffentlichung des heutigen Berichts von The Game Business meldete sich jedoch Jason Schreier von Bloomberg auf BlueSky zu Wort, um den Gerüchten direkt wieder den Wind aus den Segeln zu nehmen. "Trotz eines Berichts von heute Morgen kann ich bestätigen, dass Obsidian *nicht* verhandelt, um eine Schließung abzuwenden", schrieb er in einem Beitrag. "Viele Details rund um die Entlassungen hängen noch in der Schwebe (am Montag wissen wir mehr), aber laut Insidern wird Xbox Obsidian behalten."
Weder Xbox noch Obsidian haben sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels zu möglichen Auswirkungen auf das Entwicklerstudio geäußert.
Dazu solltet ihr wissen, dass im Grunde beide Berichte stimmen könnten. Bei Microsoft herrscht derzeit intern viel Chaos. Je nachdem, wann verschiedene Quellen mit wem gesprochen haben, war zum jeweiligen Zeitpunkt womöglich alles völlig korrekt. Es liegt durchaus nahe, dass Microsoft im Vorfeld seines "großen Resets" bei vielen Entscheidungen stark hin- und herschwankt – wie auch immer diese Neuausrichtung in ihrer endgültigen Form aussehen mag.
Die hier angesprochenen, weitreichenden Entlassungen und Kürzungen sind alle Teil des "Reset"-Plans der neuen CEO Ash Sharma. Dieser Plan soll die gesamte Xbox-Sparte betreffen, während sie versucht, das Unternehmen wieder auf einen gesunden Kurs zu bringen. Die genauen Auswirkungen dieses Kurswechsels stehen noch nicht fest. Einige Branchenveteranen gehen jedoch davon aus, dass infolgedessen mindestens 1.000 Arbeitsplätze wegfallen könnten. Wir haben bereits die Abwanderung zahlreicher Mitarbeiter und erfahrener Entwickler erlebt und rechnen damit, dass die Situation von nun an erst recht ungemütlich wird.