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ESA-Sonde Hera vor Ankunft bei Didymos: Zielasteroid als ein Pixel abgelichtet
Die Weltraumsonde Hera soll vor Ort überprüfen, welche Folgen der Sondeneinschlag auf dem Asteroiden Dimorphos hatte. Jetzt steht ihre komplizierte Ankunft an.
Künstlerische Darstellung von Hera zwischen Didymos und Dimorphos.
Die europäische Asteroidensonde Hera hat ihr Reiseziel zum ersten Mal als einen pixelgroßen Punkt fotografiert und steht nun kurz vor den finalen Bremsmanövern. Das hat die Europäische Weltraumagentur jetzt mitgeteilt und erklärt, dass es sich um den herausforderndsten Teil der Mission seit ihrem Start vor zwei Jahren handelt. Der erste große Triebwerksschub steht demnach am 15. Oktober an, der zweite soll am 22. Oktober folgen. Danach sollen nur noch drei kleinere Manöver durchgeführt werden, um die relative Geschwindigkeit von Hera in Bezug auf die Doppelasteroiden Didymos und Dimorphos auf nahezu null zu senken. Dort soll sie dann ab November untersuchen, welche Folgen der Einschlag der NASA-Sonde Dart auf dem kleineren der beiden hatte.
Dart (Double Asteroid Redirection Test) war am 27. September 2022 um 01:14 Uhr MESZ in den Asteroidenmond Dimorphos gerast. Mit dem Experiment sollte ausprobiert werden, ob sich solch eine gezielte Bahnänderung als Methode eignet, um potenziell gefährliche Asteroiden von einem Kollisionskurs mit der Erde abzulenken. Weil die Sonde die Kollision aber nicht überstehen konnte, wurde Hera im Herbst 2024 gestartet. Sie soll die Folgen vor Ort genau untersuchen. Wir wissen aber bereits, dass der gezielte Einschlag der Sonde nicht nur die Bahn der beiden Himmelskörper umeinander verändert hat, sondern auch ihren Sonnenorbit. Damit hat die Menschheit also zum ersten Mal gezielt die Bahn eines Himmelskörpers um die Sonne verändert.
Vor den jetzt anstehenden komplexen Manövern hat Hera auf den Tag genau zwei Jahre nach ihrem Start erstmals ihr Ziel abgelichtet. Die ESA hat eine zusammengesetzte Aufnahme der Weltraumsonde veröffentlicht, auf der Didymos und Dimorphos in der Mitte als ein einzelner, etwas hellerer Pixel auftauchen. Gelungen ist das Bild demnach aus einer Entfernung von rund 236.500 Kilometern. Die Weltraumagentur erinnert daran, dass Didymos einen Durchmesser von 780 Metern hat, Dimorphos kommt auf 150 Meter. Dem Bild liegen demnach mehrere Einzelaufnahmen zugrunde, die zusammengesetzt wurden. Erst danach ließ sich der Pixel ausmachen.
Wenn bei der Ankunft von Hera jetzt alles nach Plan läuft, wird die Sonde im November mit der ersten Charakterisierung von Dimorphos beginnen. Eine detailliertere Analyse folgt dann im Dezember. Anfang 2027 sollen dann auch zwei kleine Cubesats ausgesetzt werden. Einer von beiden soll sogar auf dem Asteroidenmond landen. Hera soll Didymos und Dimorphos derweil zuerst aus einer sicheren Distanz von 25 bis 30 Kilometern erforschen, später soll sie sich auf zehn, vier und schließlich sogar einen Kilometer nähern. Für die Steuerung der Sonde ist dabei das Weltraumkontrollzentrum der ESA in Darmstadt zuständig.
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