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Instagram: Sorry, dass wir zu vielen »Higher« von Creed angeboten haben
Der deutsche »Rolling Stone« schrieb von Hardrock-Kitsch; die US-Ausgabe fand, das Album »Human Clay« »mag so klingen, als stünde es für etwas, aber es ist kein Buch der Offenbarungen«. Die »taz« lästerte über die »Breitwandgefühle«, die aber wegen des austauschbaren »Gitarrengedonners« nahezu allein von der Stimme transportiert werden müssten. Die müsse »phrasieren und knödeln und sich verknoten, dass man sich um die Gesundheit« von Sänger Scott Stapp sorge. »Wenn ein ›Nur die Liebe lässt uns leben‹-Song wie »Higher« alles ist, was die selbsternannten Heilsbringer an Visionen drauf haben, dann weiß ich auch nicht weiter«, klagte der Kritiker der »Frankfurter Rundschau«.
Nein, die Rockband Creed aus Florida galt nicht gerade cool, als sie Ende 1999 ihr zweites Album »Human Clay« herausbrachte. Das Debüt hatte sich allerdings in den USA schon sechs Millionen mal verkauft – und »Human Clay« toppte das nochmal locker. Gold oder Platin in vielen Ländern, auch in Deutschland. Zum Erfolg trugen vor allem zwei Singleauskopplungen bei: »With Arms Wide Open« und zuvor schon »Higher«.
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»Jedes Mal, wenn ich etwas auf meiner Instagram-Story gepostet habe – sei es ein Teller mit Essen oder meine Katze –, wurde mir empfohlen, »Higher« von Creed hinzuzufügen«, zitiert der US-Nachrichtensender CNN in einem neuen Artikel eine Kommunikationsspezialistin. Sie hegt einen Verdacht: »Ich folge Creed nicht, ich höre Creed nicht. Welcher Millennial war denn für diese Entscheidung verantwortlich?«
Sie ist nicht die Einzige, die diese Erfahrung gemacht hat. CNN trug mehrere Social-Media-Posts zusammen, die in den vergangenen Wochen erschienen sind, und die allesamt beklagen, dass ihnen ständig »Higher« von Creed als Begleitmusik von Instagram vorgeschlagen werde – zu einem Bild von einem Caesar's Salad oder zu was auch immer. »Ich kann es nicht beweisen«, schrieb ein Nutzer schon im August , »aber ich bin mir sicher, dass Creed Meta dafür bezahlt«. Ein anderer sah sich einer Verschwörung auf der Spur .
Natürlich werden Empfehlungen bei Instagram nicht von eifrigen, Post-Grunge-nostalgischen Millennials ausgewählt, sondern vom Algorithmus. Aber der wird ja vom eigenen Nutzungsverhalten beeinflusst. Warum bekamen dann so viele so oft Creed vorgeschlagen? CNN fragte nach bei Instagram.
Die PR-Person der Social-Media-Firma räumte ein, ebenfalls schon »Higher« angeboten bekommen zu haben. »Wir haben uns die Sache angeschaut und herausgefunden, dass dieser Song mehr Leuten angeboten wird, als geplant war«, hieß es von Instagram. Woran das liegt, scheint unklar: »Wir untersuchen es weiter«, kündigte die Kommunikationsabteilung an, man arbeite daran, das Problem zu lösen.
Einmal auf der heißen Spur, bohrte CNN weiter: Und warum wird so oft »Turn My Swag On« vorgeschlagen, ein mittelgroßer Rap-Hit von Soulja Boy Tell'em aus dem Jahre 2008?
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Die Antwort von Instagram: »Dass der Soulja_Boy-Song vorgeschlagen wird, ist kein Bug. Der ist tatsächlich populär auf IG!«