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Immobilienmarkt: Steigende Preise trotz sinkender Nachfrage
Die Preise für Wohnimmobilien legen weiter zu - obwohl Baukredite sehr teuer geworden sind und sich weniger Menschen eine Eigentumswohnung oder ein Haus leisten können. Wie passt das zusammen?
Der Traum vom eigenen Häuschen mit Garten oder wenigstens einer Eigentumswohnung - diesen Traum mussten zuletzt immer mehr Menschen aufgeben. Seit der sogenannten Zinswende im Jahr 2022 sind die Bauzinsen deutlich angestiegen, und nach Beginn des Iran-Kriegs im Februar gingen die Zinsen sogar noch weiter hoch.
Aktuell klettern die Bauzinsen Richtung 4,5 Prozent - und das hat Folgen, weiß Carsten Brzeski von der ING Bank: "Wir haben es über den Sommer gesehen, dass die Nachfrage nach neuen Baukrediten deutlich abnimmt."
Das geht schon länger so. Die Konsequenz: Beim Online-Portal Immoscout24 sind die Kaufanfragen für Häuser und Eigentumswohnungen zwischen Mai und September nach eigenen Angaben um sieben Prozent zurückgegangen. Die Nachfrage nach Mietobjekten ist im gleichen Zeitraum dagegen um zwölf Prozent angestiegen. Das geht aus dem aktuellen "IW-Wohnbarometer" hervor.
Gleichzeitig steigt das Angebot: Laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die Zahl der zum Verkauf stehenden Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen seit 2022 deutlich zugenommen. Das Jahr 2022 gilt als Jahr der Zinswende, in dem unter anderem die Europäische Zentralbank die Leitzinsen erstmals seit 11 Jahren die Leitzinsen wieder anhob. Und damit das Ende der historischen Niedrigzinsphase einläutete.
Viele Immobilienkredite, die vor zehn Jahren zu historisch niedrigen Zinsen abgeschlossen wurden, laufen aus.
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Laut IW-Wohnindex waren im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum ersten Quartal 2022 bundesweit nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert. "Die Ausweitung ist vor allem Ausdruck der gesunkenen Nachfrage und längerer Vermarktungszeiten, nicht einer entsprechend starken Zunahme des Wohnungsbestands", heißt es vom IW.
Andere Experten warnen: Viele private Immobilienbesitzer, die vor 10 oder 15 Jahren in der Niedrigzinsphase eine Wohnung oder ein Haus gekauft haben, können wegen der gestiegenen Zinsen die Anschlussfinanzierungen nicht mehr stemmen.
Vor allem in den größten Städten gingen die Preise für Eigentumswohnungen zuletzt zurück.
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Chefvolkswirt Brzeski stellt zudem etwas fest, das so manchen verwundern mag: "Interessanterweise sind die Immobilienpreise noch weiter gestiegen." Laut Statistischem Bundesamt zwar weniger deutlich, im zweiten Quartal dieses Jahres haben die Preise für Häuser und Wohnungen im Schnitt nur noch um 0,6 Prozent zugelegt. Aber sie sind eben weiter gestiegen.