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Photokina-Comeback und KI-Skandal – die Fotonews der Woche 41/2026
Die Imaging World zieht nach Köln, Nikon prüft KI-Betrug bei einem Wettbewerb und Leica ehrt Graciela Iturbide.
(Bild: Bild erstellt mit KI / Thomas Hoffmann / heise medien)
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Gute Nachrichten für alle, die sich an die glorreichen Zeiten der Photokina erinnern: Die Fotomesse kehrt zurück nach Köln – zumindest im Geiste. Die „Imaging World“, bisher in Nürnberg beheimatet, zieht 2027 in die Domstadt und will dort anknüpfen, wo die legendäre Photokina 2018 aufgehört hat. Koelnmesse und Ringfoto organisieren gemeinsam das Festival für Fotografie, Video und Content Creation.
Die Entscheidung hat Symbolkraft. Köln war jahrzehntelang das Mekka der Fotobranche, bis die Photokina 2018 ihre letzte Ausgabe erlebte. Die Koelnmesse versuchte damals, das Format zu modernisieren und 2019 auf ein jährliches Konzept umzustellen – was in der Pandemie versandete und nie wieder aufgenommen wurde. Nun kommt mit der Imaging World ein erprobtes Konzept aus Nürnberg, das sich als „Festival“ versteht und explizit auch Content Creator ansprechen will.
Ob das aufgeht? Die Imaging World ist deutlich kleiner angelegt als die alte Photokina, die an ihrer eigenen Größe und sinkenden Besucherzahlen scheiterte. In Nürnberg setzte man auf eine Mischung aus Messe, Workshops und Community-Events. Ringfoto als Partner bringt die Verbindung zum Fachhandel mit – durchaus clever, denn ohne Händler fehlt einer Fotomesse das Rückgrat. Die erste Kölner Ausgabe ist für 2027 vom 24. Bis zum 27. September geplant. Besser eine bescheidene Messe als gar keine – und vielleicht wächst das Pflänzchen ja wieder.
Weniger erfreulich läuft es bei Nikons renommiertem Mikrofotografie-Wettbewerb „Small World in Motion“. Der Gewinner 2026 steht unter massivem Verdacht, sein Video mit KI manipuliert zu haben. Ein offener Brief von Wissenschaftlern fordert Nikon auf, den Fall neu zu bewerten – die Regeln verbieten KI-Generierung ausdrücklich.
Die Vorwürfe wiegen schwer. Forscher aus der Mikroskopie-Community haben das preisgekrönte Video analysiert und Anomalien gefunden, die stark auf KI-Manipulation hindeuten – unnatürliche Bewegungsmuster, physikalisch nicht plausible Strukturen. Besonders brisant ist das, weil der „Small World in Motion“-Wettbewerb seit Jahren als Goldstandard für wissenschaftliche Mikrovideografie gilt. Die Regeln sind eindeutig: „Images or videos generated by AI are not eligible for entry“.
Nikon hat inzwischen auf LinkedIn reagiert und mitgeteilt, dass man sich der Anfragen bewusst sei und den Fall erneut prüfe. Das Unternehmen nimmt die Vorwürfe offensichtlich ernst. Es geht hier schließlich nicht um kreative Bildbearbeitung oder künstlerische Freiheit, sondern um wissenschaftliche Dokumentation. Der Wettbewerb soll die reale Schönheit der Mikrowelt zeigen, sichtbar gemacht durch Mikroskope.
Ausgerechnet ein solcher Wettbewerb könnte von synthetischen Pixeln gewonnen worden sein. Bestätigt sich der Verdacht, wäre das ein herber Schlag für die Glaubwürdigkeit derartiger Ausschreibungen. Vielleicht braucht es bei hochdotierten Wettbewerben künftig verpflichtende Metadaten oder forensische Analysen. Der Fall macht deutlich: KI-generierte Inhalte sind längst kein Problem mehr nur für Stockfoto-Agenturen, sondern auch für die wissenschaftliche Bildgebung.