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OpenCNC3D: Command & Conquer 64 kommt als Fan-Remake auf PC und Mac
von Carsten Knobloch
10. Okt. 2026 |
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Wer sich noch an die späten Neunziger erinnert, hat vielleicht noch die Nintendo-64-Fassung von Command & Conquer auf dem Schirm. Während das Original auf dem PC 1995 auf 2D-Grafik setzte, bekam das N64 damals echte 3D-Modelle für Gebäude und Einheiten spendiert. Genau diese Variante holt ein Projekt namens OpenCNC3D nun auf moderne Rechner.
Das Projekt schnappt sich die damals von Electronic Arts unter der GPL freigegebene Tiberian-Dawn-Spiellogik, kombiniert sie mit den 3D-Assets des N64-Moduls sowie der PC-Fassung von 1995 und setzt einen komplett neu geschriebenen Renderer darauf. Das Ergebnis läuft nativ auf Windows und macOS. Sogar Nostalgiker mit einem alten Windows-98-Rechner und einer 3Dfx-Glide-Grafikkarte werden bedient.
Spielerisch bietet OpenCNC3D die volle Packung des Klassikers. Alle 36 Kampagnen-Missionen für GDI und Nod lassen sich durchspielen, dazu kommen 27 Special-Ops-Einsätze und die bekannten 67 Zwischensequenzen. Die Entwickler bieten zwei Darstellungsmodi an. Im Classic Mode entsprechen Bild und Bedienung weitgehend dem N64-Original, wahlweise mit der klassischen MS-DOS-Seitenleiste oder dem N64-HUD. Wer den Enhanced Mode aktiviert, bekommt moderne Spielereien wie Echtzeit-Beleuchtung, Sonnenschatten, Ambient Occlusion, Bloom, geglättete 60-fps-Animationen und Unterstützung für Auflösungen bis 4K serviert.
Gegenüber der fummeligen Gamepad-Steuerung von damals steuert sich OpenCNC3D wie ein moderner PC-Echtzeitstrategietitel. Ihr könnt Einheiten per Rahmenauswahl markieren, Befehlsketten per Shift-Klick anlegen, über die Taste A den bekannten Attack-Move ausführen, Befehle direkt auf dem Radar erteilen und die Tastenbelegung frei anpassen.
Neben den Kampagnen ist ein Gefechtsmodus gegen den Computer an Bord, für den alte Mehrspieler-Karten auf das 3D-Höhenmodell umgerechnet wurden. Auch ein Netzwerk- und Online-Multiplayer für bis zu acht Spieler ist bereits integriert. Bricht ein Mitspieler mitten im Gefecht ab, übernimmt auf Wunsch die KI dessen Basis. Ein eigener Karteneditor rundet das Paket ab.
Aktuell steht die stabile Version v0.7.1 bereit, experimentierfreudige Nutzer können auch schon Version v0.7.2 testen. Der Quellcode der Engine steht unter der GPL-3.0-Lizenz auf GitHub bereit, vorkompilierte Builds für Windows und macOS lassen sich direkt über die Projektseite herunterladen.
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Rechtlich bewegt sich das Ganze vermutlich in einer klassischen Grauzone. Die reine Spiellogik hat EA zwar vor Jahren selbst unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht, die Grafik-Modelle des Nintendo-64-Moduls sowie die Audio- und Videodateien unterliegen aber wohl weiterhin dem Urheberrecht des Publishers. Da das Projekt vollständige Installationspakete zum direkten Losspielen anbietet, hängt die Zukunft solcher Fan-Projekte letztlich immer von der Duldung durch die Rechteinhaber ab.
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