// EUROGAMER.DE — GAMING
Halo 4: Ehemaliger Xbox-Chef wollte das verhasste Echtgeld-Auktionshaus von Diablo 3 kopieren
Nach den jüngsten Entlassungen bei Microsoft rechnet ein Ex-Entwickler gnadenlos mit dem Management ab und enthüllt absurde Monetarisierungs-Ideen.
Die umfassenden Entlassungen bei Xbox wecken bei Dan Callan, Halo-Veteran und jüngst entlassener Marathon-Designer, ein paar unschöne Erinnerungen.
Callan übt dabei Kritik an Führungskräften in der Spielebranche, die im Vergleich zu Entwicklern "einfach in völlig anderen Realitäten leben". Als Beispiel nennt er den früheren Xbox-Chef Don Mattrick.
In einem Social-Media-Beitrag schreibt Callan, dass er Mattrick einst den Shooter präsentierte, an dem er als Missions-Designer arbeitete: "Ich zeigte meine Mission. Als der Mantis mit seiner coolen neuen Intro-Sequenz auftauchte, hob er die Hand und fragte die Runde: 'Hat hier jemand ... Diablo 3 gespielt?'"
Anschließend schlug der Xbox-Chef laut Callan vor, dass das Team für Halo 4 die "Idee eines Echtgeld-Auktionshauses für Mech-Skins in der Kampagne kopieren sollte" (via GamesRadar).
Neben den massiven Serverproblemen zum Launch von Diablo 3 war das Auktionshaus damals einer der größten Kritikpunkte beim Action-Rollenspiel. Diese Form der Monetarisierung rüttelte an der Integrität des Spiels, beflügelte Marktmanipulationen und wurde nach heftigen Protesten von Blizzard wieder entfernt.
Zum Release im Jahr 2012 besaß Diablo 3 einen Marktplatz, auf dem Spieler seltene Beute für echte Euros handeln konnten – Blizzard kassierte dabei kräftig mit. Das System zerstörte den motivierenden Loot-Kreislauf des Spiels jedoch komplett und wurde nach massiven Fan-Protesten im Jahr 2014 ersatzlos gestrichen.
Auf den Vorschlag habe jeder einzelne Mensch um ihn herum so reagiert, "als wäre das eine unglaublich bahnbrechende Idee", obwohl gleichzeitig jedem im Raum klar gewesen sei, dass das Konzept zum Scheitern verurteilt war – erst recht, nachdem Blizzard damit auf die Nase gefallen war.
"Sie mussten trotzdem so tun, als wäre es eine gute Idee. Sie täuschten vor, Aufgabenlisten und so einen Kram zu erstellen", schreibt Callan. "Also ja, Gaming-Manager bleiben dumme, weltfremde, geldgierige Idioten."
Dass ausgerechnet Don Mattrick weltfremde Ideen für Halo 4 hatte, passt für viele Fans ins Bild. Der damalige Xbox-Chef ist in der Gaming-Community bis heute berüchtigt: Er war 2013 für die katastrophale Enthüllung der Xbox One verantwortlich, die mit Always-On-Zwang und einem radikalen TV-Fokus die Kern-Gamer verprellte.