// LINUXNEWS.DE — LINUX & OPEN SOURCE
Flatpak aufräumen: Alte Runtimes und Datenreste entfernen
Flatpak vereinfacht die Installation von Anwendungen unter Linux und sorgt durch die unabhängige Bereitstellung der benötigten Bibliotheken für eine hohe Kompatibilität zwischen Distributionen. Allerdings sammeln sich mit der Zeit nicht mehr benötigte Laufzeitumgebungen, Erweiterungen und Konfigurationsdateien an. Nachdem ich eben meinen Flatpak-Bestand aufgeräumt habe, dachte ich, es sei eine gute Idee, mal aufzuschreiben, wie du diese Altlasten über das Terminal oder mit grafischen Werkzeugen entfernen kannst.
Anders als klassische Paketmanager wie APT oder DNF verwendet Flatpak sogenannte Runtimes, die wichtige Bibliotheken und andere Abhängigkeiten für Anwendungen bereitstellen. Zu den bekanntesten gehören die Laufzeitumgebungen von GNOME, KDE und FreeDesktop. Mehrere Anwendungen können dieselbe Runtime gemeinsam nutzen, wodurch Flatpak unnötige Duplikate vermeidet.
Allerdings existieren von diesen Laufzeitumgebungen häufig mehrere Versionen nebeneinander. Während eine Anwendung beispielsweise bereits die Freedesktop-Runtime 25.08 verwendet, benötigt eine andere möglicherweise noch die ältere Version 24.08. Beide bleiben installiert, solange entsprechende Abhängigkeiten bestehen.
Hinzu kommen Erweiterungen für Grafiktreiber, Sprachpakete und andere Komponenten. Besonders auf Systemen, auf denen regelmäßig neue Flatpak-Anwendungen ausprobiert und wieder entfernt werden, können sich dadurch erhebliche Datenmengen ansammeln. Zwar bietet Flatpak Mechanismen zur Bereinigung, doch nicht alle Altlasten werden automatisch entfernt.
Vor dem Aufräumen empfiehlt sich ein Blick auf die installierten Pakete. Der Befehl flatpak list zeigt sämtliche Anwendungen und Runtimes. Um nur die Laufzeitumgebungen zu sehen, verwende flatpak list --runtime. Übersichtlicher wird es mit
Um festzustellen, welche Runtime eine bestimmte Anwendung benötigt, hilft
Auf diese Weise lässt sich beispielsweise herausfinden, weshalb eine ältere GNOME- oder KDE-Runtime noch vorhanden ist. Dabei sollte man beachten, dass Flatpak zwischen systemweiten Installationen und solchen unterscheidet, die ausschließlich für den aktuellen Benutzer eingerichtet wurden. Die Optionen --system und --user erlauben es, beide Bereiche getrennt zu untersuchen.
Für die eigentliche Bereinigung bietet Flatpak einen einfachen Befehl: flatpak uninstall --unused. Flatpak ermittelt damit Runtimes und Erweiterungen, die von keiner installierten Anwendung mehr benötigt werden und für eine automatische Entfernung infrage kommen. Vor dem Löschen zeigt das Werkzeug die betreffenden Komponenten an und fordert eine Bestätigung an. Der Befehl lässt sich mit Erweiterung durch --system oder --user eingrenzen.
Ein vorheriges flatpak update bringt zunächst die installierten Anwendungen und Runtimes auf den aktuellen Stand. Danach lohnt sich eine erneute Bereinigung. Insbesondere nach umfangreichen Aktualisierungen oder dem Entfernen mehrerer Anwendungen können auf diese Weise ältere Laufzeitumgebungen verschwinden.
Allerdings ist --unused kein Allheilmittel. Flatpak behält beispielsweise Runtimes, die ausdrücklich installiert oder gegen das automatische Entfernen geschützt wurden. Sie werden als pinned bezeichnet. Welche Schutzregeln existieren, zeigt der folgende Befehl: