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Guns of Eschaton zwingt euch, das Ballern neu zu lernen
Dieser Weird-West-Shooter macht aus Feuergefechten kleine taktische Puzzles.
Guns of Eschaton sieht zunächst nach klassischem Weird-West-Geballer aus: Staub, Dämonen, Blei und die gute alte Gewissheit, dass Gewalt jedes Problem löst. Nach den ersten Metern merkt man jedoch, dass dieses Spiel ganz anders tickt. Wer überleben möchte, muss nicht nur schneller ziehen und die Eigenheiten der Gegner verinnerlichen, sondern deren Weakspots auch noch in einer bestimmten Reihenfolge treffen. Kurz: Guns of Eschaton ist ein Baller-Soulslike, das aus Feuergefechten kleine Rätsel macht.
Guns of Eschaton ist ein Soulslike-Ego-Shooter im apokalyptischen Wilden Westen. Ihr kämpft euch mit Schusswaffen des 19. Jahrhunderts durch ein sterbendes Amerika, studiert die Schwachstellen eurer Gegner und müsst mit jeder Kugel haushalten. Dazu kommen Paraden, Ausweichmanöver, Spezialmunition, Talismane und okkulte Kräfte, aus denen ihr euren perfekten Build erstellt. Das fertige Spiel soll allein oder im Koop spielbar sein, die aktuelle Demo lässt sich dagegen nur solo genießen.
Das kann beispielsweise bedeuten, dass ihr einem Feind erst ins rechte Bein und anschließend in den linken Arm schießen müsst, um ordentlich Schaden zu machen. Klingt erst mal simpel. Bleibt es aber nur, solange der Gegner brav frontal vor euch steht. Dreht er sich weg, steht seitlich oder mischen gleich mehrere Pistoleros mit, sind die passenden Körperpartien längst nicht mehr so einfach zu erwischen. Dann müssen Grips und Geschick blitzschnell eine treffsichere Einheit bilden.
Mich hat überrascht, wie radikal dieser kleine Kniff das typische Shooter-Gefühl verändert. Normalerweise geht man in Deckung, hält den Kopf unten und versucht, die Gegenseite möglichst effizient auszudünnen. Guns of Eschaton zwingt euch dagegen, jede Schießerei wie eine Art Rätsel zu betrachten, das es zu lösen gilt. Dreht sich ein Gegner weg oder steht ungünstig, müsst ihr vorsichtig flankieren, damit ihr die vorgegebene Trefferfolge durchziehen könnt. Ein paar Sekunden später kann genau das Gegenteil gefragt sein: kaum noch Munition, die Lebensleiste fast leer und drei Pistoleros vor euch. Dann bringt euch vorsichtiges Herantasten nicht weiter. Also Flucht nach vorn, Reihenfolge im Kopf behalten und die Kerle mit Präzisionstreffern umnieten, bevor sie reagieren können.
Die gegnerischen Schwachstellen heißen „Sequence Points“. Je nach Gegnertyp müsst ihr mehr oder weniger davon in der richtigen Reihenfolge treffen, wobei jeder erfolgreiche Treffer der Kette mehr Schaden verursacht. Wer die Abfolge sauber durchzieht, erledigt seine Gegner also mit weniger Schüssen – und das ist wichtig, denn Munition ist in Guns of Eschaton ausgesprochen knapp.
Zum Glück müsst ihr euch die Trefferfolgen nicht sofort komplett ins Hirn meißeln. Der Kodex zeigt euch für jeden Gegner, wo die Schwachstellen sitzen und in welcher Reihenfolge ihr sie treffen solltet. Nachschlagen könnt ihr jederzeit, nur pausiert das Spiel dabei nicht. Bei einem einzelnen Pistolero irgendwo in der Pampa ist das kein Problem. Sobald euch mehrere Gegner gleichzeitig auf den Pelz rücken, wird selbst der kurze Blick in den Kodex zum Risiko.
Eschatology Entertainment orientiert sich bei den Schusswaffen an echten Ballermännern des 19. Jahrhunderts und übernimmt nicht nur deren Optik, sondern auch ihre Macken. Ein Revolver hat sechs Kammern, manche Gewehre fassen noch weniger Schuss und Nachladen braucht eben seine Zeit. Wer vier Gegner gleichzeitig aufscheucht, kann deshalb nicht einfach das Magazin leerpumpen, kurz hinter einer Kiste verschwinden und eine Sekunde später weiterfeuern. Wer schlecht plant, steht im denkbar ungünstigsten Moment mit leerer Knarre da.
Selbst das Spannen der Waffe gehört zum Rhythmus eines Feuergefechts. Einmal den Trigger betätigen, um den Hahn zu spannen, ein zweites Mal, um den Schuss abzugeben. Anfangs wirkt das ungewohnt und fast ein wenig umständlich, passt aber erstaunlich gut zu einem Spiel, in dem man e