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The Callisto Protocols Probleme: Glen Schofield zeigt mit dem Finger auf das Management
Nach dem schwierigen Launch des Horror-Spiels kritisiert der Dead-Space-Schöpfer die verkürzte Entwicklungszeit und eine teure PS4-Portierung.
Glen Schofield, der unter anderem als Co-Schöpfer von Dead Space bekannt ist, gibt dem südkoreanischen Unternehmen Krafton – dem Eigentümer von PUBG – die Schuld an den Schwächen seines Horror-Nachfolgers The Callisto Protocol. Krafton hatte das Spiel damals publiziert.
In einem Interview mit GamesIndustry.biz äußerte Schofield seine frustrierte Ratlosigkeit darüber, wie Krafton während der Covid-Pandemie mit seinem Studio Striking Distance umgegangen ist. Das Unternehmen hatte zuvor in das Studio investiert. Krafton versprach Striking Distance angeblich drei zusätzliche Monate Entwicklungszeit – und zog diese Zusage später kurzfristig wieder zurück.
„Ich wurde gezwungen, das Spiel zu veröffentlichen“, sagte Schofield. „Ich bin verdammt wütend auf mich selbst, keine Frage. Diese Entscheidung hat mich völlig fassungslos gemacht, denn wir hatten verdammt noch mal Covid. In Amerika sind eine Million Menschen gestorben. Ich habe einen meiner besten Freunde verloren.
Glen Schofield ist ein erfahrener Game Director der Spielebranche. Er erlangte internationale Bekanntheit als Co-Schöpfer des Sci-Fi-Horror-Klassikers Dead Space bei Visceral Games und leitete später die Entwicklung von The Callisto Protocol.
Jeden einzelnen Monat erkrankten vier bis sechs Leute in meiner Firma. Zeitweise lag unser kleines Team in Spanien komplett lahm. So ein Virus marschiert durch so einen kleinen Standort einfach durch, und plötzlich fällt das Rendering-Team für eine Weile aus.
Die Hauptsorge gilt in so einer Situation – nicht, dass das sonst anders wäre – der Gesundheit des Teams. Ein Spiel zu entwickeln, wurde einfach zweitrangig. Hier ging es ums Überleben. Es ging um Menschlichkeit.“
Schofield hat sich schon früher zu der Entscheidung geäußert, ihm die drei Monate Extra-Entwicklungszeit zu verweigern. Ohne diesen Schritt wäre The Callisto Protocol im März 2023 erschienen – statt im Dezember 2022.
Dieser plötzliche Rückzieher folgte auf jahrelange Bemühungen des Studios, sich an das Arbeiten während einer Pandemie anzupassen. Laut Schofield war das extrem hart.
„Wenn du ein Studio mit hundert Leuten hast, kannst du jeden Tag mit allen hundert direkt sprechen. Wenn sie im Homeoffice sitzen, musst du Einzelgespräche führen – oder ich musste alle auf Zoom versammeln“, so Schofield. „Aber wir haben es durchgezogen. Wir haben all das gemacht, weil wir nach dem besten Weg gesucht haben. Es gab unendlich viele Meetings.