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Zahlen, bitte! Fliegen in 3529,6 km/h: Die SR-71 Blackbird
Die SR-71 Blackbird hält als Aufklärungs- und Forschungsflugzeug bis heute mehrere Flugrekorde. Ihr Vorgänger war lange ein Staatsgeheimnis.
Die Lockheed SR-71 „Blackbird“ wurde als Hochleistungs-Aufklärungsflugzeug konzipiert: Das Spionageflugzeug U-2 brauchte einen Nachfolger. Man wollte dabei der Luftabwehr keine Chance lassen: Das Flugzeug sollte höher und schneller fliegen als alles bisher Dagewesene.
In dieser Rubrik stellen wir immer dienstags verblüffende, beeindruckende, informative und witzige Zahlen aus den Bereichen IT, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und natürlich der Mathematik vor.
Analysten der Air Force sowie der CIA war klar, dass ein Nachfolger der U-2 deutlich mehr leisten musste. Die U-2 flog zwar sehr hoch, aber eben nicht schnell. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Luftabwehrraketen ihre Flughöhe erreichen und sie abschießen konnten.
Eine im Herbst 1957 von der CIA beauftragte Studie bekräftigte, dass Flugzeuge im Überschallflug für die damals verwendeten Radarsysteme schwerer auszumachen waren. In einem Designwettbewerb namens „Gusto“ sollten mehrere Konzepte um den U-2-Nachfolger gegeneinander antreten.
Federführend war Clarence L. „Kelly“ Johnson, der leitende Ingenieur von Lockheeds Advanced Development Projects Division (die geheime Forschungsabteilung ist auch als „Skunk Works“ bekannt) in Burbank, Kalifornien. Er entwarf nicht nur das U-2-Flugzeug, sondern legte bereits Anfang 1956 das Konzept eines Hochleistungs-Nachfolgers vor, das durch Verbrennen von Wasserstoff statt Kerosin Mach 2,5 und etwa 30 Kilometer Flughöhe (99.000 Fuß) erreichen können sollte.
Lockheed A-12 „Oxcart“ am 6. Juni 1968 über dem Südchinesischen Meer. Zu dem Zeitpunkt war das A-12-Programm streng geheim. Der Unterschied zum Nachfolger SR-71 ist an der kleineren Front und dem anderen Leitwerk zu erkennen.
(Bild: U.S. Air Force - Defense Visual Information Center (DVIC))
Der Erstflug sollte innerhalb von 18 Monaten stattfinden. Die ersten Entwürfe der Lockheed CL-400 mit dem Codenamen „Suntan“ ähnelten dem Starfighter mit dem langen schlanken Rumpf und kurzen Stummelflügeln. Jedoch hatte das Design einen großen Fehler: Der von der Air Force geforderte Einsatzradius von 2800 Kilometern war mit dem Flugzeug nicht zu erreichen, von den Problemen der fehlenden Wasserstoff-Infrastruktur ganz abgesehen.
Zwar war das Konzept des Wasserstoff-Flugzeugs gescheitert, und man kehrte zu Kerosin zurück, aber die bereits geleistete Vorarbeit begünstigte die Entwicklung des ersten Wasserstoff-Raketentriebwerks: Pratt & Whitneys RL10 absolvierte 1959 seinen ersten Testlauf und flog am 27. November 1963 erstmals erfolgreich. In Varianten ist das Triebwerk bis heute im Einsatz. Im Wettbewerb bot man nun wieder herkömmliche Antriebskonzepte.