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30 Jahre KDE – vom »Kool Desktop Environment« zur weltweiten Community
Am 14. Oktober 2026 feiert KDE seinen 30. Geburtstag. Was 1996 mit einem Aufruf in einer Usenet-Newsgroup begann, hat sich zu einem der bedeutendsten Projekte der freien Software entwickelt. Aus dem ursprünglichen Vorhaben, Linux und Unix mit einer einheitlichen, benutzerfreundlichen Desktop-Umgebung auszustatten, ist eine internationale Gemeinschaft geworden, die neben dem Plasma-Desktop Hunderte Anwendungen, Frameworks und weitere Technologien teils plattformübergreifend entwickelt.
Am 14. Oktober 1996 veröffentlichte der damals 24-jährige Informatikstudent Matthias Ettrich einen Beitrag mit dem Titel »New Project: Kool Desktop Environment (KDE)« in der Usenet-Gruppe comp.os.linux.misc. Seine Motivation war einfach: Linux gewann zunehmend an Bedeutung, doch es fehlte eine einheitliche grafische Arbeitsumgebung, die auch weniger versierten Anwendern den Zugang erleichterte.
Als technische Grundlage wählte Ettrich das damals noch junge Qt-Framework des norwegischen Unternehmens Trolltech. Der Name »Kool Desktop Environment« war eine augenzwinkernde Anspielung auf das proprietäre Common Desktop Environment (CDE).
Die Entscheidung für Qt war allerdings bereits in den Diskussionen zur Ankündigung nicht unumstritten. Das Framework von Trolltech stand damals unter einer proprietären Lizenz, die mit den Grundsätzen freier Software nicht vereinbar war. Als Reaktion darauf gründeten Miguel de Icaza und Federico Mena im August 1997 das GNOME-Projekt, das mit dem freien GTK-Toolkit eine vollständig freie Desktop-Umgebung schaffen sollte. Erst 1998 stellte Trolltech Qt unter die Q Public License (QPL), die allerdings nicht mit der GPL kompatibel war. Im September 2000 folgte schließlich die zusätzliche Veröffentlichung unter der GPL, womit der wesentliche Lizenzkonflikt beigelegt wurde. Bereits 1998 hatten KDE und Trolltech zudem die KDE Free Qt Foundation gegründet, um die langfristige Verfügbarkeit einer freien Qt-Version abzusichern
Bereits 1998 erschien KDE 1.0. Mit KDE 2 folgten unter anderem der Dateimanager Konqueror und die Office-Suite KOffice. KDE 3 etablierte die Desktop-Umgebung auf zahlreichen Linux-Distributionen. Einen tiefgreifenden Umbruch brachte 2008 KDE 4 mit der Einführung von Plasma als neuer Desktop-Oberfläche. Der Übergang verlief nicht ohne Schwierigkeiten, legte aber die Grundlage für die spätere Entwicklung.
Mit Plasma 5 und dem Wechsel zu Qt 5 gewann KDE wieder deutlich an Stabilität und Akzeptanz. Seit 2024 bildet Plasma 6 auf Basis von Qt 6 das Fundament der Desktop-Umgebung. Inzwischen stehen Wayland, moderne Anzeigetechnologien und eine zunehmend plattformübergreifende Entwicklung im Mittelpunkt.
Gleichzeitig ist KDE längst mehr als eine Desktop-Umgebung. Anwendungen wie Dolphin, Okular, Kate, Krita und Kdenlive werden weit über den Plasma-Desktop hinaus eingesetzt. Mit Projekten wie Plasma Mobile, KDE Connect und KDE Eco engagiert sich die Gemeinschaft außerdem für mobile Geräte, die Vernetzung unterschiedlicher Plattformen und nachhaltige Softwareentwicklung.
Zum runden Geburtstag hat KDE eine eigene Jubiläumsseite eingerichtet. Dort blickt die Gemeinschaft auf ihre Geschichte zurück und wirbt zugleich um neue Fördermitglieder, die mit regelmäßigen Beiträgen die langfristige Finanzierung des Projekts unterstützen sollen. Passend zum Gründungsjahr hat sich KDE dabei auch das symbolische Ziel von 1996 Fördermitgliedern gesetzt.
Am 14. Oktober finden weltweit Geburtstagsveranstaltungen statt, unter anderem in Berlin, Barcelona, Paris und Brasília. Bereits während der diesjährigen Akademy in Graz stand das Jubiläum im Mittelpunkt. Eine Übersicht der Veranstaltungen bietet der KDE-Veranstaltungskalender. Zugleich erscheint heute ein abendfüllender Film mit dem Titel »KDE: The Documentary«, der die Geschichte von KDE von den Beteiligten selbst erzählen lässt. Der Film wird auf YouTube zu sehen sein.
Drei Jahrzehnte nach Ettrichs ursprünglichem Aufruf hat KDE sein damaliges Ziel längst übertroffen. Aus