// LINUXNEWS.DE — LINUX & OPEN SOURCE
Linux Mint 27 zu Weihnachten mit neuem Versionsschema
Wer sich anhand der Überschrift jetzt wundert, wieso da Mint 27 anstatt Mint 23 steht, hat genau aufgepasst. Aber Linux Mint stellt seinen Veröffentlichungsrhythmus grundlegend um. Die nächste Ausgabe der beliebten Distribution wird Linux Mint 27 »Adrien« heißen und soll Weihnachten 2026 erscheinen. Damit verabschiedet sich das Projekt nicht nur von den halbjährlichen Veröffentlichungen und den bisherigen Zwischenversionen, sondern auch von einer langjährigen Tradition bei der Namensgebung.
Projektleiter Clement Lefebvre hat die Änderungen in den News für September erläutert. Erstmals hat sich das Team ein ganzes Jahr für die Entwicklung einer neuen Hauptversion genommen. Die Entscheidung sei nicht leichtgefallen, zahle sich aber bereits aus. Der längere Entwicklungszyklus ermögliche umfangreichere Änderungen, für die bislang die Zeit fehlte. Lefebvre spricht von ungewöhnlich vielen Neuerungen in einer einzelnen Veröffentlichung.
Ursprünglich wurde die kommende Ausgabe intern als Linux Mint 23 mit dem Codenamen „Alfa“ geführt. Beide Bezeichnungen waren allerdings nur Platzhalter, solange die künftige Veröffentlichungsstrategie noch nicht feststand. Mit der Entscheidung für einen jährlichen Zyklus folgt nun auch eine neue Nummerierung.
Die Versionsnummer orientiert sich künftig am bevorstehenden Kalenderjahr, also in diesem Fall 27. Zwischenversionen wie 22.1 wird es nicht mehr geben. Anwender aktualisieren künftig direkt von einer Hauptversion auf die nächste. Auch bei den Codenamen beginnt eine neue Ära. Seit 2006 verwendete Linux Mint weibliche Vornamen in alphabetischer Reihenfolge. Nach „Ada“ am Anfang und „Zena“ im vergangenen Jahr ist das Alphabet ausgeschöpft. Die neue Serie setzt die Tradition mit männlichen Vornamen fort. Den Anfang macht »Adrien«.
Neben den organisatorischen Änderungen arbeitet das Team an zahlreichen technischen Neuerungen. Dazu gehört eine neue Anwendung namens Clocks, die Teil des Projekts Clockenstein ist. Nachdem die Entwickler bereits einen neuen Kalender vorgestellt hatten, ergänzt Clocks dessen Funktionen um eine Wecker-Verwaltung.
Parallel dazu arbeiten die Entwickler an der Wayland-Kompatibilität, beseitigen Fehler und verbessern interne Werkzeuge. Auch neue Editionen werden prototypisch erprobt. Drei weitere Projekte mit den Namen Superlight, Unfold und Velocitty stehen kurz vor der Fertigstellung. Welche Funktionen sich dahinter verbergen, will das Team im nächsten Monatsbericht erläutern.
Linux Mint 27 wird auf Ubuntu 26.04 LTS basieren und mindestens in den drei bekannten Editionen mit Cinnamon, Xfce und MATE erscheinen. Bis zur geplanten Veröffentlichung zu Weihnachten bleibt noch einiges zu tun. Die bislang vorgestellten Funktionen sind ausdrücklich als Vorschau zu verstehen und befinden sich noch in Entwicklung.