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Marktbericht: TSMC gibt sich keine Blöße
Neue US-Zinssorgen drücken vor allem die Kurse der hochbewerteten Tech-Aktien, allen voran der Chiphersteller. Die Fakten sprechen aber eine andere Sprache - wie heute die Zahlen von TSMC zeigen.
Der KI-Boom scheint nicht zu enden - ob Nvidia, Samsung oder gestern die beeindruckenden Zahlen des Chipausrüsters ASML, egal wo die Unternehmen in der KI-Wertschöpfungskette stehen, ein Rekordergebnis jagt derzeit das andere.
Denn die Nachfrage kann das Angebot weiterhin nicht abdecken. Aber kann das ewig so weitergehen? An der Börse häufen sich die Zweifel, auch wenn die nackten Zahlen diese Ängste weiterhin nicht bestätigen.
So hatte der taiwanische Chip-Auftragsfertiger TSMC bereits vergangene Woche einen Umsatzsprung von 50 Prozent auf einen Höchststand von 41,66 Milliarden Euro bekanntgegeben und erklärt, dass vorerst kein Ende dieser Entwicklung in Sicht sei. Für das laufende Quartal stellte das Unternehmen eine Beschleunigung des Wachstums auf 55 bis 61 Prozent in Aussicht. Außerdem präzisierte es seine Gesamtjahresziele. Der Umsatz werde voraussichtlich um 44 Prozent steigen.
Heute nun veröffentlichte TSMC seine Gewinnzahlen, die entsprechend beeindruckend ausfielen - mit einem Gewinn im Quartal von umgerechnet rund 21 Milliarden Euro. Laut dem US-Finanzdienst CNBC war es das sechste Rekordquartal beim Gewinn für TSMC in Folge.
Der hohen Nachfrage kommt der Chip-Auftragsfertiger kaum hinterher. "Daher arbeiten wir mit aller Kraft am Ausbau unserer Produktionskapazitäten", teilte TSMC mit. Der Konzern bestätigte sein Investitionsziel für 2026 von 64 Milliarden Dollar, was die nervösen Anleger etwas beruhigte. Normale Industriebetriebe können von solchen Zahlen nur träumen.
TSMC ist der weltweit größte Auftragshersteller von Halbleitern. Mit dem massiven Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten weltweit wegen des großen Bedarfs durch KI ist die Nachfrage nach Chips stark gestiegen.
Bei Anlegern im Technologiesektor geht trotzdem die Angst um. Denn die Furcht vor höheren Zinsen nimmt nach den jüngsten, hohen US-Inflationszahlen zu. Gerade Tech-Unternehmen sind aber stark finanzierungsabhängig.
"Die Aufnahme von Krediten zu sehr hohen Zinssätzen, um Rechenzentren zu errichten, die außerhalb der Hyperscaler zunehmend zu einer Massenware werden, könnte sich letztlich als keine gute Investition erweisen", äußerte sich Analyst Gil Luria von D.A. Davidson skeptisch. Je mehr Fremdkapital wir für den Bau von Rechenzentren einsetzen, desto mehr Risiko bringen wir in das System ein."
Wie nervös die Anleger wegen der höheren Zinserwartungen derzeit sind, haben der deutliche Rückgang der US-Technologiebörse Nasdaq am Vortag, sowie der heutige Börsentag in Asien gezeigt. Besonders stark waren die Verluste in Südkorea, wo der Leitindex Kospi um rund neun Prozent einbrach. Der ebenfalls technologielastige japanische Nikkei-Index gab um fast fünf Prozent nach. Die Börse Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen büßten jeweils gut zwei Prozent ein.