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Talos Linux: Vom Kubernetes-OS zur Virtualisierungs- und KI-Plattform
Sidero Labs hat auf der TalosCon in Amsterdam die Alpha-Version des Talos Hypervisor sowie die VMware-Alternative Talos Director fürs Rechenzentrum vorgestellt.
Steve Francis, CEO von Sidero Labs, und Anant Yardi, Gründer von Yardi, eröffnen die TalosCon in Amsterdam.
Sidero Labs, das Unternehmen hinter Talos Linux, hat auf der TalosCon in Amsterdam die Alpha-Version von Talos Hypervisor präsentiert und die VMware-Alternative Talos Director fürs Rechenzentrum vorgestellt. Talos Linux, das minimalistische Betriebssystem, das sich bis jetzt voll und ganz auf den Kubernetes-Betrieb konzentriert hat, soll künftig auch Container ohne Kubernetes und virtuelle Maschinen tragen.
Talos Hypervisor steckt bereits in Talos 1.15.0-alpha.1, das am 13. Oktober erschienen ist. Technisch handelt es sich bei dem Hypervisor um libvirt und QEMU/KVM, die als System-Extension eingebunden werden. Kubernetes oder KubeVirt braucht es dafür nicht. VMs und Installationsimages werden wie der Rest des Systems deklarativ konfiguriert.
Über einen Infrastruktur-Provider, der beispielsweise als Container in Talos läuft, ist es möglich, den Talos Hypervisor mit Omni anzuzapfen und VMs auszurollen. Omni (BSL-1.1-Lizenz) ist ein kommerzielles Produkt, kann aber von Privatanwendern oder zur Evaluation selbst gehostet werden. Die Hobby-Stufe des SaaS-Angebots von Omni (bis zehn Knoten und zwei Benutzer) ist seit der TalosCon kostenlos. Talos Hypervisor soll im Dezember die Alpha verlassen und allgemein verfügbar werden.
Schneller Testlauf des Talos Hypervisors auf einem Notebook: Eine Talos-Linux-VM virtualisiert Debian 13 mit Xfce-Desktop
Die aktuelle Version 1.14 von Talos Linux kann jetzt Container ganz ohne Kubernetes ausführen. Talos zieht die Images aus einer Registry und führt sie mittels containerd in einem eigenen Namespace aus. Container werden wie alle anderen Komponenten von Talos deklarativ über das API konfiguriert, wie im folgenden Beispiel:
Talos startet den Container, sobald die Konfiguration beispielsweise mit talosctl apply angewendet wurde. Die ContainerConfig ermöglicht Volumes, tmpfs- und Host-Mounts, CPU- und RAM-Limits per cgroupv2, Zugriff auf das Host-Netzwerk und Warten auf andere Container (dependsOn). Talos Container eignet sich vornehmlich für Edge-Knoten, beispielsweise in einer Fabrikhalle, für die ein Kubernetes-Cluster überdimensioniert wäre. Durch Registry Mirror und Image Caching lassen sich die Container auch ohne Internetanbindung (Air Gapped) betreiben.
Mit Talos Linux Enterprise hat Sidero ein Produkt eingeführt, das sich an Branchen richtet, die hohe Compliance-Anforderungen erfüllen müssen und NIS2 oder dem Cyber Resilience Act unterliegen. Es basiert auf der gleichen Codebasis wie das MPL-2.0-lizenzierte Talos Linux, bietet aber SBOMs (Software Bill of Materials), um nachzuweisen, welche Komponenten im Build stecken, und VEX-Daten (Vulnerability Exploitability eXchange), um zu prüfen, ob eine gefundene Sicherheitslücke Talos betrifft und ausgenutzt werden kann.
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