// STADT-BREMERHAVEN — CYBERSECURITY
Studie zu Phishing: Fast ein Viertel der Deutschen bereits betroffen
von Carsten Knobloch
17. Okt. 2026 |
0
Täglich schlagen unzählige gefälschte Mails, SMS und Messenger-Nachrichten in den Postfächern auf. Die Masche kennt ihr, zieht aber nach wie vor bei einigen: Kriminelle versuchen über gefälschte Benachrichtigungen an Passwörter, Bankdaten und letztlich ans Geld der Nutzer zu kommen. Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Initiative Sicher Handeln (ISH), die von kleinanzeigen verschickt wurde, soll zeigen, wie verbreitet das Problem hierzulande ist.
Rund 23 Prozent der befragten Bundesbürger gaben an, bereits mindestens einmal Opfer einer Phishing-Attacke geworden zu sein. Bei rund 8 Prozent der Befragten blieb es nicht beim Datenverlust, sondern es entstand ein direkter finanzieller Schaden. Gegenfrage: Wie viele haben Phishing nicht bemerkt?
Interessant ist der Blick auf die Bildungs- und Einkommensschichten. Entgegen der Annahme, dass eine höhere Bildung automatisch vor Betrug schützt, liegt die Quote bei Akademikern höher. Unter den Befragten mit Hochschulabschluss (Bachelor, Master, Diplom oder Promotion) gaben 27 Prozent an, schon einmal auf Phishing hereingefallen zu sein. Bei Personen mit einem Abschluss bis zur Realschule waren es 22 Prozent.
Auch beim finanziellen Schaden zeigt sich dieses Bild: Zehn Prozent der Akademiker haben durch Phishing bereits Geld verloren. Bei Befragten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von über 3.000 Euro berichtet jeder achte von finanziellen Verlusten. Als Gründe dafür gelten unter anderem eine höhere Zahl an Online-Transaktionen, die gleichzeitige Nutzung mehrerer Konten und digitaler Dienste sowie eine mögliche Selbstüberschätzung bei der eigenen Medienkompetenz.
Gefragt nach den wichtigsten Warnsignalen nennen 72 Prozent der Befragten die unaufgeforderte Abfrage von Zugangs- oder Kontodaten, dicht gefolgt von künstlich erzeugter Dringlichkeit mit 71 Prozent.
Auffällig sind hier die Unterschiede zwischen den Generationen. Während in der Gruppe der über 55-Jährigen rund 79 Prozent die Abfrage von Zugangsdaten als klares Alarmsignal einstufen, liegt der Wert bei den 18- bis 24-Jährigen bei lediglich 48 Prozent. Ähnlich sieht es beim Thema Zeitdruck aus: 78 Prozent der Älteren schöpfen Verdacht, bei den jüngeren Erwachsenen sind es lediglich 41 Prozent.
Die Initiative empfiehlt zur Vorbeugung die einfache Faustregel Stoppen, Hinterfragen, Schützen. Vor einem Klick kurz innezuhalten und insbesondere dringliche Zahlungs- oder Datenabfragen kritisch zu hinterfragen, reicht in den meisten Fällen bereits aus. Zudem sollten verdächtige Nachrichten direkt beim jeweiligen Dienst gemeldet oder als Spam markiert werden. Euch muss man das aber vermutlich nicht erzählen.
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kauft ihr darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision - ohne Aufpreis für euch und ohne Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung.