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Wie die Lausitz den Ärztemangel in den Griff bekommen will
In Deutschland fehlen Tausende Hausärzte, besonders auf dem Land. Brandenburg will mit einer neuen staatlichen Medizinerausbildung gegensteuern, in einer Region, die besonders vom Strukturwandel betroffen ist.
Der Mangel an Hausärzten wird in Deutschland ein immer drängenderes Problem. Rund 5.000 Hausarztsitze sind nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung derzeit nicht besetzt. Vor allem auf dem Land wird es immer schwieriger, Nachfolger für Arztpraxen zu finden. Hinzu kommt: Fast 40 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte sind bereits 60 Jahre oder älter und werden in den kommenden Jahren voraussichtlich in den Ruhestand gehen.
Allein in Brandenburg herrscht nach Angaben der Landesregierung in 21 von 46 Regionen bereits Hausärztemangel, oder es droht eine Unterversorgung. Jeder dritte Hausarzt im Land ist mindestens 60 Jahre alt, jeder sechste sogar älter als 65.
Wer sich verpflichtet nach dem Studium Landarzt zu werden, hat in NRW bessere Chancen auf einen Medizinstudienplatz.
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Mit der neuen Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem will Brandenburg gegensteuern. Sie ist die erste staatliche Universitäts-Medizin Brandenburgs. Dass eine medizinische Universität komplett neu gegründet wird, ist in Deutschland eine Seltenheit. Erst vor zwei Jahren wurde die Medizinische Universität Lausitz ins Leben gerufen - als Teil des Strukturwandels in der ehemaligen Kohleregion. Bund und Land fördern das Projekt mit insgesamt 3,7 Milliarden Euro.
Anfang Oktober haben hier die ersten 38 Studierenden ihre Ausbildung begonnen. Für sie ist es ein besonderer Start. Mit durchschnittlich 24 Jahren sind einige bereits berufserfahren, andere beginnen direkt nach der Schule.
Fünf Seen, ein Revier, mitten in der Lausitz: Europas angeblich größte künstliche Seenlandschaft ist eröffnet.
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Justus Gutsche wollte ursprünglich Profifußballer werden, erzählt er auf der Bühne der feierlichen Immatrikulation scherzhaft. Stattdessen entschied er sich für eine Ausbildung zum Pflegefachmann am Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus und sammelte anschließend Berufserfahrung. Besonders der direkte Kontakt zu Menschen und die Möglichkeit, deren Leben positiv zu beeinflussen, begeistern ihn an der Medizin, sagt er.
Als er 2024 von den Plänen für eine medizinische Universität in Cottbus erfuhr, stand für ihn fest, dass er dort studieren wollte. Nun kann er nach eigenen Worten in zehn Minuten mit dem Fahrrad zur Universität fahren.
Auch Alma Freigang hat sich bewusst für ein Studium an der neuen Uni entschieden. "Ich wollte nicht so weit weg von zu Hause", sagt sie. Cottbus war ihre erste Wahl. Zum ersten Jahrgang gehören insgesamt 26 Frauen und zwölf Männer. Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands, elf von ihnen aus Brandenburg.