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Fake-Sneaker sind ein riesiges Geschäft - doch Käufer gehen in Risiko
Sneaker-Kultmodelle können vierstellige Summen kosten. Viele Menschen greifen daher zu deutlich günstigeren Kopien. Doch das kann gefährlich werden.
Teures Original oder günstiges Replikat? Für Christopher Blumenthal ist diese Frage eigentlich ziemlich leicht zu beantworten. Der Sneaker-Fan hat 2013 "Dead Stock" gegründet, einen Sneakerblog, mit dem er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat. Doch auch er hat schon gefälschte Sneaker gekauft: "Ich erinnere mich an eine Situation, da habe ich einen Asics aus meiner Sammlung getauscht gegen einen Yeezy 700." Ohne den Schuh richtig anzuschauen, habe er ihn einfach zu seiner Sammlung gepackt. "Dann stellte sich heraus: Das war tatsächlich eine Fälschung."
Dass ihm nicht sofort auffiel, dass es sich beim Schuh um einen Fake handelt, liegt vor allem daran, dass diese nachgemachten Modelle immer besser werden, wie er in der aktuellen Folge des ARD-Formats ECHT? erzählt: "Ich würde behaupten, dass der Fake-Markt mittlerweile so professionell ist, dass auch geübte Sammler teilweise nicht mehr richtig erkennen, ob der Schuh echt ist oder Fake."
Und genau das macht die Fälschungen so attraktiv. Wenn nicht mehr auffällt, ob der Chanel-Sneaker 40 Euro gekostet hat oder im Original eine vierstellige Summe, dann greifen immer mehr Menschen zu Fälschungen. Studien zeigen, dass Fake-Shopping längst kein Randphänomen mehr ist: Schon 2023 gaben in einer Umfrage des europäischen Amts für geistiges Eigentum (EUIPO) 34 Prozent der Befragten an, wissentlich ein gefälschtes Produkt gekauft zu haben.
Vor allem Social Media befeuert den Hype um gefakte Markenprodukte zusätzlich. Auf TikTok und in Telegram-Gruppen ist ein ganz eigener Markt dafür entstanden. Mitglieder geben sich dort gegenseitig Tipps zu den neusten Fake-Hypes. Die ECHT-Redaktion wurde für die Recherche selbst Mitglied in einer solchen Telegram-Gruppe mit über 30.000 Mitgliedern. Hier werden täglich Links zu angesagten Fake-Sneakern geteilt.
Die führen etwa zur Marketplace-App "Hacoo", auf der zahlreiche, vor allem chinesische Händler replizierte Luxusprodukte anbieten. Wer die App installiert, kann mit wenigen Klicks Modelle von Prada, Louis Vuitton, Dior oder limitierte Nike-Sneaker bestellen - oft für gerade einmal 40 Euro inklusive Versand, während das Original auf Resale-Märkten locker 1.000 Euro kostet.
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Neben solchen Gruppen machen auch viele Influencer und Content-Creator gezielt Werbung für Fake-Ware. Sie stellen sogenannte Spreadsheets vor: Das sind öffentlich einsehbare Tabellen, die wie Verkaufskataloge aufgebaut sind, erklärt der Sneaker-Experte Blumenthal. Dort können Käufer direkt Sneaker, Designeruhren oder Kleidung auswählen und werden zum jeweiligen Hersteller oder Agenten weitergeleitet.
Auf Plattformen wie OOPBUY, SUPERBUY oder ACBUY lassen sich über solche Spreadsheets Repliken bestellen. Da viele dieser Plattformen nicht direkt nach Europa liefern, übernehmen die Shopping-Agenten die Rolle des Zwischenhändlers. Angeboten werden auch sehr rare Modelle wie der Jordan 4 "OFF WHITE" oder der "Union - Guava Ice" als Fakes - für weniger als 100 Dollar, während Originale im Netz mit teils mehr als 6.000 Euro gehandelt werden.
Hintergrund
15.04.2024