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Iranisches Finanznetzwerk: Eine deutsche Bank im Visier Teherans
Internationale Sanktionen gegen das iranische Regime erschweren den Zahlungsverkehr. Deshalb unterhalten die Mullahs ein Netzwerk aus Hunderten Tarnfirmen. Nach Recherchen von Report Mainz und dem Spiegel wollten sie eine Bank in Bayern übernehmen.
Die TEN31-Bank in Ottobrunn bei München bietet solide Dienstleistungen für die Wohnungswirtschaft: ein Mietkautionskonto zum Beispiel oder Immobilienfinanzierung für die Wohneigentumsgemeinschaft.
Aber im Sommer 2023 kommt plötzlich ein ganz anderes Geschäft hinzu, mit Spuren zum iranischen Regime. Über ein einzelnes Konto der TEN31 laufen binnen zehn Monaten 147 Millionen Euro, ein großer Teil davon von regimenahen Firmen. Das geht aus internen Schreiben der Bankenaufsicht Bafin hervor, die dem ARD-Politikmagazin Report Mainz und dem Spiegel vorliegen.
Die Zahlungen mit mutmaßlichem Iran-Bezug machten demnach mehr als die Hälfte der Bilanzsumme der Bank aus. Und nicht nur das: Ein "intransparentes Unternehmensgeflecht" versuche die Mehrheitsanteile an der Bank zu erwerben, heißt es in dem Schreiben. Es gehe wohl darum, Geschäfte mit Iran-Bezug fortzuführen, die zuvor einer anderen Bank verboten worden seien.
Exklusiv
17.03.2026
Irans Regime macht trotz internationaler Sanktionen weiter Geschäfte hierzulande, ganz legal.
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In einem weiteren Schreiben wird die Bafin noch deutlicher: Die beteiligten Personen und Firmen hätten "den Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der TEN31 (...) im Auftrag von (...) Shahr Bank, Iran geplant und ausgeführt". Die Bank Shahr ist eine halbstaatliche iranische Bank, die als regimenah gilt. Ihre Tarnfirmen stehen immer wieder im Verdacht, illegale Ölgeschäfte zu koordinieren. Die Bank Shahr ist seit Jahren vom US-Finanzministerium sanktioniert.
Die Unterlagen legen nahe, dass im Jahr 2023 sogar eine dreiköpfige Delegation der Bank Shahr die Zentrale der TEN31 in Ottobrunn besuchen wollte. Dies habe für unerwünschte Aufmerksamkeit gesorgt, schrieben damals Beteiligte. Gleichzeitig fürchteten sie geheimdienstliche Ermittlungen.
Die TEN31 teilt auf Anfrage mit, dass ihnen ein solcher Besuch nicht bekannt sei. Die Bafin wollte sich zum Fall TEN31 nicht äußern. Zu einzelnen Vorgängen gebe man grundsätzlich keine Auskunft, so ein Sprecher.
Laut den vorliegenden Dokumenten bekamen Verfassungsschutzbehörden tatsächlich Wind von den Vorgängen bei der TEN31, die Bankenaufsicht Bafin stoppte schließlich den Verkauf der Bankanteile, entzog den Beteiligten die Stimmrechte. Doch Unterlagen, die Report Mainz und dem Spiegel vorliegen, zeigen: Inzwischen gibt es einen neuen Kaufversuch. Diesmal über eine kleine Schweizer Firma mit Sitz im Kanton Zug.