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Wardogs: Entwickler riegelt Regionen per Ping-Limit ab – Spieler fordern Geld zurück
Bulkhead will die Mehrheit vor Cheatern schützen und kappt Verbindungen bei 175 Millisekunden Latenz. Studio-Chef Joe Brammer verspricht weltweite Lösungen.
Bulkhead führt für seinen Multiplayer-Shooter Wardogs einen Region-Lock ein. Dieser soll "den Großteil der Spieler vor einem Ansturm aus bestimmten Regionen schützen, in denen vermehrt gecheatet wird".
Technisch wird die Einschränkung über ein Ping-Limit umgesetzt: Bei einer Latenz von maximal 175 Millisekunden zum Server ist Schluss.
Das britische Studio Bulkhead machte sich zuvor mit dem Weltkriegs-Shooter Battalion 1944 einen Namen. Mit Wardogs wagt das Team den nächsten Vorstoß ins hart umkämpfte Multiplayer-Genre.
"Wir haben uns dazu entschlossen, die breite Masse der Spielerschaft vor einem Zustrom aus Regionen zu schützen, in denen Cheating an der Tagesordnung ist", teilt Bulkhead mit. "Es schmerzt uns sehr, diese Barrieren errichten zu müssen – schließlich steht das gemeinsame Miteinander im Mittelpunkt von Wardogs. Doch wir müssen der Mehrheit der Spieler Vorrang vor einer Minderheit einräumen."
"Die Implementierung des Region-Locks im Backend läuft bereits. Allerdings reicht es nicht aus, einfach nur einen Schalter umzulegen, wenn man wirklich etwas bewirken will. Es tut uns leid, dass wir es überhaupt so weit kommen ließen und nun zu diesem Schritt gezwungen sind. Wir hielten es zunächst für richtig, bestimmten Regionen eine Chance zu geben. Leider ging dieser Plan nicht auf. Deshalb greifen wir bei der Vermischung verschiedener Regionen nun deutlich härter durch."
Die Maßnahme stößt jedoch nicht überall auf Gegenliebe. Besonders ehrliche Gamer aus dem asiatischen Raum äußern Kritik. Andere verlangen fordern bereits Rückerstattungen, weil sie nicht mehr mit ihren Freunden im Ausland spielen können. "Als US-Amerikaner mit australischen Kumpels halte ich diese Änderung für kompletten Schwachsinn", kommentiert ein Nutzer. "Warum nennen wir das Kind nicht beim Namen und sperren einfach gezielt den Zugang aus China?"
Ein anderer ärgert sich: "Klasse, dann verlange ich eben mein Geld zurück. Auf diese Verarsche habe ich keine Lust. Ich habe mir Wardogs nicht gekauft, um irgendeinen Hardcore-Shooter zu suchten, sondern um mit meinen Kumpels abzuhängen. Und damals gab es kein lächerliches Ping-Limit. Cheater hält das am Ende sowieso nicht auf."
"Ihr solltet eigentlich euer Anti-Cheat-System verbessern", merkt ein weiterer Betroffener an. "Stattdessen sperrt ihr uns asiatische Spieler jetzt einfach pauschal aus. Wir müssen ohnehin schon ständig Anfeindungen ertragen: Erzielt man einen ganz normalen Kill mit höherem Ping, landet im Chat sofort der Vorwurf, man sei ein 'chinesischer Cheater'."
Unter der Ankündigung finden sich Dutzende Kommentare mit ähnlichem Tenor. Zwischenzeitlich hat sich auch Bulkhead-CEO Joe Brammer eingeschaltet und versichert, dass das Team an Lösungen für internationale Matches arbeite. "Ich verstehe vollkommen, dass wir einem Teil der Community vor den Kopf stoßen, um die Mehrheit zu schützen", räumt er ein. "Wir werden einen Weg finden, aber dieses Problem geht weit über Wardogs hinaus ... Wir tüfteln an Lösungen für die globale Spielerschaft. Es ist einfach frustrierend. Eine echte Lösung folgt, doch das dauert leider länger, als uns lieb ist. Man kann nicht einfach nur einen Schalter umlegen. Den tatsächlichen Standort von Spielern zuverlässig zu ermitteln, ist wegen VPNs und ähnlicher Hürden extrem kompliziert."