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Steuerschätzung 2027: Mehr Geld, aber "keine neuen Spielräume"
Trotz aktueller Krisen kann der Bund im kommenden Jahr mit mehr Steuereinnahmen rechnen als zunächst erwartet. Dennoch rechnet Finanzminister Klingbeil nicht mit mehr Spielräumen für den Haushalt.
Der Bund kann im kommenden Jahr mit höheren Steuereinnahmen rechnen als zunächst erwartet. Die neue Steuerschätzung für 2027 geht von zusätzlichen Einnahmen von 4,1 Milliarden Euro aus. Das teilte das Bundesfinanzministerium am Donnerstag mit.
Gleichzeitig darf die Regierung aber wohl keine so hohen Schulden machen, wie Finanzminister Lars Klingbeil geplant hatte. Zusatzwünsche wie die Senkung der Stromsteuer werden damit allein durch das Steuerplus voraussichtlich nicht finanzierbar sein.
"Für 2027 gewinnen wir insgesamt keine neuen Spielräume hinzu, wir müssen aber auch keine neuen Lücken schließen", sagte Klingbeil in Berlin. "Wir werden im Bundeshaushalt weiter konsolidieren müssen, um uns Handlungsspielräume für die Zukunft zu erarbeiten", sagte er. Wer jetzt Vorschläge mache, "wie etwa die Senkung der Stromsteuer", sollte "gleichzeitig auch Vorschläge mitbringen, wie man das Ganze finanziert", sagte Klingbeil. Dafür sei er offen, "aber ich habe diese Finanzierungsvorschläge noch nicht gehört."
Die CDU hatte nach einer Präsidiumsklausur Mitte Oktober eine Senkung der Stromsteuer "für alle" in Aussicht gestellt. Eigentlich ist dies schon im Koalitionsvertrag vereinbart, Schwarz-Rot verzichtete aber wegen des fehlenden finanziellen Spielraums zunächst darauf. Aktuell laufen über den Bundeshaushalt die letzten Verhandlungen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags will den Entwurf am 12. November finalisieren.
Deutschlands Probleme begleiten Finanzminister Klingbeil bis nach Bangkok.
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Konkret sagen die Schätzer für das kommende Jahr für den Staat insgesamt nun 10,9 Milliarden Euro mehr an Steuereinnahmen voraus als noch bei der letzten Prognose im Mai angenommen. In den Bundeshaushalt fließen 2027 laut Prognose Steuereinnahmen von insgesamt 398,6 Milliarden Euro. Für den gesamten Staat, also inklusive der Länder und Kommunen, rechnen die Schätzer mit Einnahmen von etwas mehr als einer Billion Euro. Für die Jahre bis 2030 ergibt die Prognose verglichen mit den Mai-Zahlen gesamtstaatlich ein Plus von 43,4 Milliarden.
Dem Arbeitskreis für die Steuerschätzung gehören Experten der Bundesregierung, der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, des Statistischen Bundesamts, der Bundesbank, des Sachverständigenrats für die wirtschaftliche Entwicklung, Ländern und Kommunen an.
Grundlage der Steuerschätzung sind die jüngste Wirtschaftsentwicklung und seit Mai beschlossene Gesetze mit finanziellen Auswirkungen. Ihre Konjunkturprognose hat die Bundesregierung gerade erst nach oben korrigiert - trotz anhaltender Krisen mit globalen Auswirkungen wie dem Iran-Krieg.
Das Ifo-Institut hebt seine Prognose für 2026 deutlich an, auf ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent.
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