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Smash-Bros-Schöpfer Masahiro Sakurai: Flut an KI-Spielen droht, doch Originalität ist unkopierbar
Bei über 19.000 Steam-Titeln erwartet der Spielemacher unzählige unrentable Klone. Ausnahmedesigner wie Fumito Ueda (Ico) kann die Technik aber nicht ersetzen.
Masahiro Sakurai sprach über die Tücken generativer KI in der Spieleentwicklung: Die Technologie dürfte zwar eine Flut unorigineller Videospiele nach sich ziehen, menschliche Kreativität – wie sie Ausnahmedesigner wie Fumito Ueda (Ico) an den Tag legen – lasse sich dadurch jedoch nicht ersetzen.
In einem Interview mit dem japanischen Spielemagazin Denfaminicogamer blickte Sakurai auf seine Zeit als Juror bei den Game Designers Awards zurück, ein Amt, das er kürzlich niederlegte. Zudem sprach er über die explosionsartig gestiegene Zahl an Neuveröffentlichungen seit den Anfängen des Preises: Wurden 2010 noch magere 275 Titel auf Steam veröffentlicht, waren es in diesem Jahr bereits über 19.000.
Fumito Ueda gilt als Ausnahmekünstler der Branche. Mit Meilensteinen wie Ico, Shadow of the Colossus und The Last Guardian prägte er das Prinzip "Design durch Subtraktion" – ein zutiefst persönlicher Autorenstil, der Emotionen weckt und sich rein algorithmisch nicht reproduzieren lässt.
"19.000 ist eine beachtliche Zahl, aber ich gehe davon aus, dass sie künftig noch weiter wächst", erklärte Sakurai (laut Übersetzung via Google Translate). "Ich bin mir sogar sicher. KI wird diese Zahl weiter nach oben treiben. Die meisten davon dürften allerdings unrentabel bleiben. Man verliert schlicht den Überblick, und niemand kann all diese Titel erfassen."
"Was KI-generierte Inhalte oder minderwertige Massenware angeht: Die meisten dieser Spiele werden wohl nur Systeme reproduzieren, die man schon aus etlichen anderen Titeln kennt. Und davon gibt es schon heute mehr als genug."
Sakurai verwies daraufhin auf einen aktuellen (und charmanten) Titel namens Librarian: Tidy Up the Arcane Library!, in dem man Bücher in Regalen sortiert. Zudem nannte er weitere Puzzlespiele mit ähnlich simplen Spielprinzipien – etwa die Nadel im Heuhaufen zu finden oder einen Supermarkt einzuräumen. Genau solche Konzepte könne KI künftig mühelos imitieren.
Erste Vorboten dieser Entwicklung gibt es bereits: Needle in a Haystack Simulator etwa verlangt von Spielern, eine Nadel unter fünf Millionen Strohhalmen aufzuspüren, und ging mit diesem herrlich absurden Konzept prompt viral. Nach dem Hype schossen Trittbrettfahrer wie Pilze aus dem Boden. Entwickler Studio Bitdot sah sich daraufhin gezwungen, sein Steam-Artwork mit einem knallroten "Original"-Stempel zu versehen.
Generative KI könnte laut Sakurai künftig zwar stark genug werden, um auch komplexere Meisterwerke wie Fumito Uedas Ico oder Shadow of the Colossus nachzubauen. Er betonte jedoch, dass Uedas künftige Werke "etwas sein werden, das KI schlicht nicht kopieren kann ... Welchen künstlerischen Stil seine kommenden Arbeiten haben werden, entscheidet allein er. Genau darin liegt für mich die menschliche Kreativität."
"Im Grunde greift KI nur auf Dinge zurück, die bereits existieren. Sie kann sich nicht auf etwas beziehen, das noch nie geschaffen wurde", führt Sakurai weiter aus. "Das gilt nicht nur für KI, sondern für jede Form kreativer Arbeit."