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Deutschland-App: Mehr Funktionen geplant, aber der Zeitplan wackelt
von Carsten Knobloch
23. Okt. 2026 |
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Die geplante Deutschland-App des Bundes soll bekanntlich uns Bürgern künftig lästige Behördengänge vom heimischen Sofa aus ersparen. Über die App sollen sich Anträge für Kindergeld oder Wohngeld stellen, Termine vereinbaren, Identitäten verifizieren und der Wohnsitz ummelden lassen.
Eigentlich sollte der Probebetrieb in ausgewählten Pilotkommunen (Dortmund, Dresden, Erfurt, Hamburg, Nürnberg und Wiesbaden laut letzter Info) bereits Mitte September starten, doch daraus wurde nichts. Wie Digitalminister Karsten Wildberger bestätigte, verzögert sich der Rollout, weil die Bundesregierung die technischen Anforderungen kurzfristig nach oben geschraubt hat.
Statt eines reinen KI-Chatbots, wie ihn die US-Regierung kürzlich mit America.gov als reine Auskunftsplattform vorgestellt hat, soll die deutsche Lösung Vorgänge direkt selbst abwickeln. Geplant ist ein System, bei dem ein Crawler Antragsformulare und PDFs der Kommunen erfasst. Eine integrierte KI wählt das passende Formular aus, während ein Prüfmechanismus die Richtigkeit kontrolliert. Nutzer bekommen in der App eine einheitliche Eingabemaske serviert, die beim Ausfüllen unterstützt und die Daten anschließend im jeweils geforderten Format an die zuständige Behörde übermittelt. Drei bis vier Verwaltungsverfahren sollen zum Start komplett digitalisiert bereitstehen.
Die größte Hürde bleibt laut Handelsblatt-Bericht die zersplitterte IT-Landschaft der Kommunen. Unterschiedliche Systeme, uneinheitlich gepflegte Online-Dokumente und fehlende digitale Schnittstellen bremsen die Entwicklung aus. Die App soll künftig auf dem sogenannten Deutschland-Stack aufsetzen, einer gemeinsamen Technologie-Infrastruktur für die Verwaltung, auf der auch die nötigen KI-Agenten laufen.
Entwickelt wird der erste Prototyp von SAP und T-Systems, die seinerzeit bereits die Corona-Warn-App auf die Beine gestellt haben. Erste Tests mit Nutzern sollen nach Verzögerungen nun im November anlaufen. Auch die nachfolgende offizielle Ausschreibung für das Großprojekt dürfte sich dadurch bis ins kommende Jahr verschieben. Wann die Anwendung regulär in den App Stores für alle Bürger landet, bleibt vorerst offen.
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