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Clayface Review: Der neue DC-Film verspricht Body-Horror, liefert aber nur zahme Kost
Clayface bietet starken Comic-Charme und tolle Darsteller, bleibt beim versprochenen Body-Horror aber überraschend zahm. Dennoch ein unterhaltsamer DC-Film.
Seit dem 22. Oktober läuft Clayface in den deutschen Kinos und soll der erste Horrorfilm im neuen DC-Universum von James Gunn und Peter Safran sein. Die Trailer versprechen grotesken Body-Horror und einen vielschichtigen Protagonisten, doch der Film bleibt überraschend zahm. Clayface mag nicht Mike Flanagans bestes Werk sein, doch ist es in jedem Fall eine unterhaltsame Comicverfilmung, die gut in die Halloween-Zeit passt.
Clayface erfindet von Beginn an das Rad nicht neu. Matt Hagen ist gut aussehend, beliebt und im richtigen Maße charmant und arrogant, als dass ich ihm gerne zuschaue. Doch im gleichen Maße merke ich sofort, dass vieles am Film sehr konstruiert wirkt. Es fallen früh Sätze, bei denen jeder Zuschauer weiß, dass sie später noch einmal mit neuer Bedeutung aufgegriffen werden und um den Verlauf der Handlung zu erahnen, braucht man wirklich keine Kristallkugel.
Doch das ist auch nicht unbedingt schlimm, denn die Geschichte wirkt zweitrangig, wenn einem ein grotesker Body-Horror versprochen wird. Ich weiß nicht, wie es euch mit diesem Genre geht, doch ich bin kein Fan. Meistens finde ich solche Filme wie The Substance eher unangenehm und ekelerregend, obwohl sie mitunter wirklich großartige Filme sind. Entsprechend nervös war ich vor Clayface und den Trailern, was mich erwartet, doch ich kann hier (leider) Entwarnung geben.
Die schlimmsten Szenen sind im Trailer und der Rest des Filmes ist überraschend zahm. Das liegt sicherlich nicht nur am FSK 16 Rating, sondern auch am erstaunlich kleinen Budget, das die Möglichkeiten eingeschränkt hat. Auch wenn ich froh bin, dass es kein Magen-umdrehender Film wurde, verpasst der Film es so doch sein Versprechen einzulösen. Ohne die Betonung des verstörenden Body-Horrors hätte Clayface sonst womöglich ein breiteres Publikum ansprechen können. Es ist am Ende eben ein Comic-Film mit Body-Horror-Elementen.
Auch wenn er als Body-Horror-Erfahrung enttäuscht, ist Clayface dennoch ein unterhaltsamer Film. Nachdem Matt Hagen seine Kräfte bekommt und anfängt mit ihnen zu experimentieren, nimmt der Film wirklich Fahrt auf und gerade der kreative Einsatz von Clayface Fähigkeiten hat mich beeindruckt. Es gibt eine Clubsequenz, die für mich in jedem Fall das Highlight des Films gebildet hat und zeigt, wozu unser Hauptcharakter alles fähig ist.
Das Drehbuch von Mike Flanagan und Hossein Amini weiß dabei im richtigen Maße zu unterhalten, ohne dass beim Zuschauen langweilig wird, lässt aber auch viele Möglichkeiten liegen. Statt der Frage nach Identität, die die zerrüttete Clayface-Persona mit sich bringt, nachzugehen, setzen die beiden lieber auf eine etwas belanglose Liebesgeschichte. Auch diese erfüllt zwar ihren Zweck, wirkt aber auch immer etwas gezwungen und unnatürlich. Natürlich soll sie das auch sein, doch hätte die Geschichte auch gut ohne diesen Handlungsstrang funktioniert.
Regisseur James Watkins liefert dafür eine gute Inszenierung ab und auch die Bilder von Kameramann Rob Hardy hinterlassen durchaus Eindruck. Doch vor allem die Performance von Tom Rhys Harries als Matt Hagen / Clayface und Naomi Ackie als Caitlyn Corr hat mich begeistert. Rhys Harries trifft den perfekten Ton zwischen charmant und arrogant für Matt Hagen sowie den zunehmenden Wahnsinn von Clayface, während Ackie überzeugend zwischen faszinierter Wissenschaftlerin und besorgter Freundin mäandert.
Clayface glänzt für mich jedoch vor allem im Punkt einer Comic-Adaption, insbesondere von einem Charakter, der sonst nicht in dem Maße im Rampenlicht steht. Die meisten kennen Clayface sicherlich aus Batman: Arkham City, doch der fiese Gestaltwandler hat gleich sieben verschiedene Origin-Geschichten in den Comics, teilweise mit Variationen innerhalb eines Clayfaces. Den Anfang machte Basil Karlo als Schauspieler, der auch in Batman: Caped Crusader adaptiert w