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One Piece: Grand Gourmet - Ein eigenartiges Relikt aus einer vergangenen Zeit
Das neue Restaurant-Management-Spiel versetzt euch auf das Baratié, spielt sich im Test aber leider eher wie ein chaotisches Flash-Game für zwischendurch.
Mit One Piece: Grand Gourmet erschien diesen Freitag ein neues Restaurant-Management-Spiel für Nintendo Switch, Switch 2, PC und Mobilgeräte, das Fans eigentlich als entspanntes Cozy Game abholen möchte. Es fühlt sich oft aber eher an wie ein klassisches Handy- oder Tablet-Game. Der lebhafte sowie in Zuckerwatte getunkte Pixel-Look ist wohl Geschmackssache, bleibt aber mein größtes Highlight am Titel und am besten könnt ihr das anhand des obigen Videos selbst bewerten.
In dem von Kairosoft und Bandai Namco entwickelten Spiel übernehmt ihr in Grand Gourmet als neues Mitglied der Strohhutbande die Leitung der zweiten Filiale des Baratié. Das Ziel ist es, das zunächst kleine Schiff in das großartigste schwimmende Restaurant der Meere zu verwandeln. Zur Seite stehen eurer eigens erstellten Hauptfigur erst nur Ruffy und Sanji. Nach und nach sammelt ihr aber neben allen Strohhüten über 400 weitere Charaktere aus dem One-Piece-Universum, die schrittweise als Personal oder Gäste das Deck bevölkern.
Das Baratié ist in der Welt von One Piece ein berühmtes Schiff im East Blue, das als hochklassiges Restaurant dient. Es wurde vom ehemaligen Piraten Rotfuß Zeff gegründet und ist der Ort, an dem Sanji seine Kochkünste perfektionierte.
Was an dem Titel am meisten anspricht, ist die enorme Detailverliebtheit bei der Gestaltung: Ihr könnt euer Restaurant mit über 200 Möbelstücken und Dekoartikeln – von Dessert-Motiven aus Whole Cake Island bis zu futuristischen Egghead-Designs – frei nach eurem Belieben einrichten. One Piece: Grand Gourmet fällt damit durch und durch ins Cozy-Game-Genre. Besonders die Speisekarte bietet kreativen Spielraum. Gemeinsam mit Sanji sammelt ihr Zutaten für Klassiker, die man aus dem Anime oder Manga kennt. Ein Wasserfleisch-Barbecue oder spezielle Teufelsfrucht-Kreationen werden euch also schnell bekannt vorkommen. Die Gerichte lassen sich bis ins kleinste Detail anpassen, vom Untersetzer bis zum Strohhalm, sobald ihr auf eurer Reise einen Spezialisten wie Lysop gefunden habt.
Mit jeder Figur werden euch neue Gestaltungsmöglichkeiten freigeschaltet, was für eine starke Suchtschleife, gerade zu Anfang des Spiels, sorgt. Gefällt Figuren außerdem euer Design und/oder Menü, werden sie zu Stammgästen und lösen einzigartige Charakter-Events aus. Doch das kulinarische Abenteuer hat einen Haken.
Grand Gourmet wirft euch zu Beginn ohne Rettungsring ins Geschehen. Die Spielelemente sind von Anfang an stark automatisiert, wodurch ihr erstaunlich wenig selbst macht. Gleichzeitig passiert ständig viel zu viel auf einmal auf dem Bildschirm und auf der Switch 2 habe ich keine Möglichkeit gefunden, um die Zeit zu kontrollieren. Ein Pausen-Button hätte hier gereicht, um einfach mal durchzuatmen und selbst die nächsten Schritte zu planen. Ohne könnt ihr das nur, sobald ihr ins Umbau-Menü wechselt oder ein neues Gericht kreiert. Dazu kommt ein Musiktrack in Dauerschleife, der schnell nervt, und eine eigene Spielfigur, die nicht so recht ins Team passen will.
Letzten Endes fühlt sich Grand Gourmet wie ein eigenartiges Facebook-Relikt an. Wer als One-Piece-Fan allerdings ein extrem gemütliches Cozy Game für zwischendurch sucht und seine spielerischen Ansprüche an ein Gaming-Gerüst beiseitelegen will, wird es wunderbar nebenbei spielen können und damit auch seinen Spaß haben – mehr als ein Flash-Game mit Piraten-Anstrich solltet ihr aber nicht erwarten.