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Energieeffizienzgesetz: Regierung will Energieregeln für Rechenzentren lockern
Deutschlands Rechenzentren sollen bis 2030 mehr als doppelt so viel Leistung bereitstellen, langfristig könnte ihr Strombedarf sogar massiv zulegen. Zugleich will die Bundesregierung Vorgaben zu Effizienz und Abwärme lockern. Kritiker warnen vor mehr Energieverbrauch, zusätzlichen Gaskraftwerken und höheren Kosten.
Wie groß der Ressourcenbedarf deutscher Rechenzentren aktuell tatsächlich ist, lässt sich bislang nur unvollständig beziffern. Das erschwert unter anderem die Planung von Stromnetzen, erneuerbaren Energien, kommunalen Wärmenetzen und der Wasserversorgung, wie aus einem Bericht von Netzpolitik.org hervorgeht. Ein bereits Anfang 2025 von Borderstep vorgestelltes Gutachten beziffert die Zahl der Rechenzentren mit mehr als 100 kW Anschlussleistung bundesweit derzeit auf rund 2.000, wobei vor allem die Zahl großer Anlagen mit mehr als 5 MW zunimmt. Ein vollständiges Bild liefern die bisherigen Studien allerdings nicht, da sie zum Teil auf freiwilligen Befragungen der Branche basieren.
Für die kommenden Jahrzehnte rechnet das vom Wirtschaftsministerium beauftragte Gutachten mit einem deutlichen Anstieg des Energiebedarfs. Bis 2045 könnte der Stromverbrauch deutscher Rechenzentren demnach auf rund 80 TWh und damit etwa das Vierfache des heutigen Verbrauchs steigen. Rechnerisch ließen sich mit dieser Energiemenge jedes Jahr rund 16 Millionen Haushalte mit Strom für Wärmepumpen versorgen oder 40 Millionen Elektroautos betreiben.
Auch das neue Rechenzentrumsregister zeichnet bislang nur ein lückenhaftes Bild. Von schätzungsweise 1.000 meldepflichtigen Anlagen haben lediglich 319 ihre Angaben unter ihrem Namen veröffentlicht, weitere 166 meldeten ihre Daten anonym. Bei der Effizienz zeigen sich erhebliche Unterschiede: Laut dem Umweltbundesamt erfüllt gut ein Drittel bereits die künftigen Anforderungen an die Power Usage Efficiency (PUE), während ein weiteres Drittel eine PUE von mehr als 1,5 aufweist. Noch deutlich geringer fällt die Verwertung der anfallenden Abwärme aus, der Energy Reuse Factor liegt hierbei bei knapp 3 Prozent. Für einige Rechenzentren könnte daraus ein Problem entstehen, denn das bereits 2023 beschlossene Energieeffizienzgesetz begrenzt den PUE neuer Anlagen seit Juli 2026 auf höchstens 1,2; bis Juli 2028 soll außerdem ein Abwärmenutzungsgrad von 20 Prozent erreicht werden. Ab Juli 2027 müssen Rechenzentren ihren Strombedarf darüber hinaus zumindest bilanziell vollständig aus erneuerbaren Energien decken. Dass der tatsächlich bezogene Strom jederzeit aus erneuerbaren Quellen stammt, ist damit allerdings nicht gewährleistet.
Mit der geplanten Rückführung des Energieeffizienzgesetzes auf ein „europäisches Mindestmaß“ will die Bundesregierung diese Vorgaben nun lockern. Gleichzeitig sieht die kürzlich veröffentlichte Rechenzentrumsstrategie vor, die IT-Leistung bis 2030 von derzeit rund zwei auf über vier Gigawatt mehr als zu verdoppeln und die KI-Leistung sogar zu vervierfachen. Unter anderem sollen dafür höhere PUE-Werte zulässig und weitere Ausnahmen bei der Abwärmenutzung geschaffen werden. Welche Folgen das haben könnte, hat eine Untersuchung des Umweltinstituts München, des Fraunhofer ISI und von AlgorithmWatch berechnet: Für 2045 werden infolge der Lockerungen rund 9 TWh zusätzlicher Stromverbrauch und etwa 10 TWh weniger genutzte Wärme erwartet. Zum Ausgleich könnten demnach bis zu sieben weitere Gaskraftwerke sowie elf Tankschiffladungen LNG erforderlich sein. Zusätzlich drohen Engpässe in den Stromnetzen. Große Rechenzentren sichern sich teilweise beträchtliche Anschlusskapazitäten, obwohl diese wegen des schrittweisen Ausbaus der IT-Hardware zunächst nicht vollständig benötigt werden. Für andere Anwendungen wie Wärmepumpen oder Ladeinfrastruktur stehen die reservierten Kapazitäten währenddessen nicht zur Verfügung.
Auch die Vereinbarkeit der geplanten Lockerungen mit dem EU-Recht ist umstritten. Die bislang strengeren deutschen Anforderungen an Rechenzentren waren als Beitrag zum Erreichen de