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Japanischer Kulturorden: Shigeru Miyamoto als erster Spieleentwickler ausgezeichnet
Mit Shigeru Miyamoto erhält erstmals ein Vertreter der Spieleindustrie Japans Kulturorden. Nach Bekanntgabe der Ehrung äußert sich der Schöpfer von Mario und Zelda zudem zu generativer KI, die für ihn nicht nur Konkurrenz darstellt, sondern den Wert menschlicher Kreativität und gestalterischer Absicht hervorheben kann.
Der seit 1937 verliehene Kulturorden (Bunka Kunshō) ist die höchste staatliche Kulturauszeichnung Japans und würdigt besondere Leistungen in Kunst, Literatur, Technologie und Wissenschaft. Überreicht wird er traditionell am 3. November, dem japanischen Tag der Kultur, durch den Kaiser persönlich. Auf einer Pressekonferenz kurz nach der Bekanntgabe reagierte Miyamoto noch zurückhaltend auf die bevorstehende Ehrung. Die Auszeichnung sei ihm „ein wenig unangenehm“, weil Spiele aus seiner Sicht nichts sind, „was allein entsteht; sie sind das Ergebnis der Zusammenarbeit vieler Menschen“. Gerade mit Blick auf diesen gemeinschaftlichen Charakter der Spieleentwicklung nehme er den Orden jedoch mit dem Gefühl entgegen, dass die Ehrung genau dafür steht.
Für Miyamoto besitzt die Auszeichnung zudem eine über seine eigene Person hinausgehende Bedeutung, weil damit zugleich Video-Spiele als Teil der Kultur Anerkennung erfahren. Für seine künftige Arbeit setzt er sich das Ziel, „auch weiterhin Dinge zu erschaffen, die stets im Mittelpunkt des Wohnzimmers stehen“. Der Kulturorden bildet damit einen weiteren Meilenstein in Miyamotos Laufbahn. Dass diese Auszeichnung erstmals an einen Vertreter der Spieleindustrie geht, unterstreicht zugleich die besondere Anerkennung, die dem Medium und seiner kulturellen Bedeutung in Japan zuteilwird.
Im Anschluss an die Bekanntgabe sprach Miyamoto außerdem ausführlich über den Stellenwert generativer KI in kreativen Prozessen. Der Schöpfer von Mario und Zelda sieht darin nicht ausschließlich eine Konkurrenz zur menschlichen Arbeit. Werden handwerkliche Tätigkeiten automatisiert, könne vielmehr deutlicher hervortreten, worin die eigentliche kreative Leistung liegt. Maßgeblich bleibt für ihn die individuelle gestalterische Absicht. Entsprechend geht Miyamoto davon aus, dass Menschen selbst mit zunehmend leistungsfähiger KI eine wesentliche Rolle behalten werden.
Parallelen zieht Miyamoto zu technologischen Veränderungen, die seine Generation bereits erlebt habe, darunter der Übergang von Schreibmaschinen zu Textverarbeitungsprogrammen und die fortschreitende Computerisierung kreativer Tätigkeiten. Im Design hätten technische Entwicklungen dazu geführt, dass einzelne erlernte Fertigkeiten an Bedeutung verloren, während individuelle Fähigkeiten wie ein Gespür für Layout und Gestaltung wichtiger wurden. Einen vergleichbaren Wandel erwartet er durch generative KI. Dabei trennt Miyamoto zwischen dem eigentlichen Schaffen und der praktischen Ausführung: Ist eine grundlegende Struktur festgelegt, schließen sich Tätigkeiten wie das Füllen von Lücken und die Ausarbeitung von Details an. Zwar könne diese Arbeit befriedigend sein, zugleich bestehe jedoch die Gefahr, die Freude an der Ausführung mit der Qualität des kreativen Resultats zu verwechseln.
In der zunehmenden Automatisierung entsprechender Aufgaben erkennt der Spieleveteran deshalb auch eine Chance: „Je mehr KI diese Aufgaben übernimmt, desto stärker bietet sie in diesem Sinne die Gelegenheit, darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist.“ Als Gegenbeispiel verweist Miyamoto auf Designs, die lediglich durch Kopieren und Einfügen entstanden seien. Häufig fehle solchen Arbeiten die individuelle gestalterische Absicht, weshalb sie keinen dauerhaften Bestand hätten. Während der Computer bei der praktischen Umsetzung helfen könne, müsse die kreative Intention vom Menschen kommen. Aus diesem Grund werde „selbst dann, wenn KI irgendwann alles übernehmen könnte, immer eine Aufgabe für uns übrig bleiben“. Dass Miyamoto künstlicher Intelligenz durchaus positive Seiten abgewinnen kann, überrascht ein wenig, schließlich hat sich Nintendo dem Einsatz