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Smart-TV hört unverhofft mit: Die Fernseher von Samsung haben immer ein offenes Ohr
von André Westphal
26. Okt. 2026 |
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Es ist kein Geheimnis, dass Smart-TVs je nach Hersteller und Nutzungsbedingungen bzw. eurer Zustimmung jede Menge Daten mitschneiden. Zuletzt geriet da ja LG unter Rechtfertigungsdruck. Doch auch Samsung ist da kein Kind von Traurigkeit. Wie der Sicherheitsforscher log4j anhand seines eigenen Modells aus dem Jahr 2025 zeigen konnte, ist auch bei diesem südkoreanischen Hersteller Kritik angebracht.
Zunächst möchte ich vorwegschicken: Was Samsung hier macht, wird größtenteils auch in den Nutzungsbedingungen erklärt. Die Frage ist nur immer: Lesen sich das die User wirklich im Detail durch, bevor sie diese Textwüsten entnervt abnicken? Ich mutmaße: meistens nicht. Doch worum geht es in diesem Fall? Nun, log4j konnte beobachten, was sein Samsung-TV von 2025 mit Tizen alles so im Hintergrund mitschneidet, abspeichert und teilweise als Telemetriedaten direkt an die Server des Herstellers überträgt.
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Beispielsweise erfasst der Smart-TV spezielle "Audio-Ereignisse", die katalogisiert werden. Dazu zählen z. B. auch das Weinen eines Kindes oder das Bellen eines Hundes. Jedes Mal, wenn so ein Ereignis auftritt, wird eine Notiz angelegt. Bevor ihr jetzt aber Fackeln und Mistgabeln zückt: Samsung erklärt in den Bedingungen zu "Pet Care" und "Family Care", beides Funktionen von SmartThings, dass so verfahren wird. Der Sinn dahinter ist, dass ihr auf Basis der Erkennung Smart-Home-Automatisierungen erstellen könnt. Etwa könnt ihr, kläfft euer tierischer Begleiter in eurer Abwesenheit, beruhigende Musik abspielen.
Laut Samsung wird diese Erkennung deswegen auch nur im Standby-Modus der hauseigenen Smart-TVs aktiv. log4j bemängelt jedoch, dass aus Nutzersicht intransparent bleibt, dass Samsung diese Erkennungsdaten auch an die hauseigenen Server überträgt und sie nicht nur lokal verwaltet. Es wird aber auch noch etwas interessanter.
So gibt es einige Smart-TVs von Samsung mit SmartThings und den entsprechenden Funktionen, denen eigene Mikros fehlen. Sie scannen dann tatsächlich, ob etwaige angeschlossene Geräte, z. B. Soundbars, Mikrofone, mitbringen, die sie nutzen könnten. Ist das der Fall, dann werden jene für die beschriebene Erkennungsfunktion verwendet. Kann man natürlich auf zweierlei Weise sehen: Einerseits ist das sehr bequem für Nutzer, welche Pet Care und Family Care einsetzen. Andererseits wirkt das sicher auf den ein oder anderen schon ein wenig creepy.
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log4j konnte auch nachweisen, dass je nach Region des TV-Besitzers ein neurales Netzwerk aktiviert wird, um zu erfassen, was sich so in den Apps des Fernsehers abspielt. Etwa wird erkannt, welche Inhalte ihr euch mit YouTube anseht und welche Werbung ihr durchlaufen lasst oder überspringt.
Großer Skandal? Das ist hier sicher nicht der Fall, denn ACR (Automated Content Recognition) ist bei allen TV-Herstellern aktuell gang und gäbe. Aber beachtlich ist es schon, was Fernsehgeräte, in diesem Fall eben von Samsung, so im Hintergrund weitgehend unbemerkt treiben.