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Neue Spezifikationen: Nvidia Rubin ist bei HBM4 und NVLink jetzt langsamer
Während Nvidia immer schnellere HBM4-Chips gefordert hatte, geht es bei den neuen Spezifikationen für Nvidia Rubin in die andere Richtung. Nvidia hat die Angaben zum Durchsatz nämlich reduziert, das gilt auch für den NVLink.
Aufmerksame Augen haben die bisher nicht öffentlich verkündeten Änderungen in den Datenblättern von Nvidia bemerkt. Dort stand zum Beispiel beim Nvidia Rubin Superchip mit zwei GPUs, dass der HBM4-Speicher einen kombinierten Durchsatz von 44 TB/s liefert. In dem neuen Dokument (PDF) ist aber nur noch von 38,5 TB/s die Rede. Das spricht dafür, dass nun nicht mehr die gewünschten HBM4-Chips mit hohen 11,7 Gbit/s gesetzt sind, sondern rechnerisch welche mit lediglich 9,6 Gbit/s. Im gleichen Maße wurden die Angaben für das NVL72-Rack mit 72 GPUs angepasst, das demnach nur noch 1.400 TB/s statt 1.580 TB/s erreicht.
Eine zunächst naheliegende Vermutung ist, dass die Hersteller nicht genügend Speicherchips liefern können, die die hohen Transferraten auch schaffen. Genau wie bei CPUs ist die Ausbeute der schnellsten Chips eben geringer. Eine weitere Theorie geht in Richtung der Temperaturen: Höhere Taktraten bedeuten auch eine höhere Wärmeentwicklung und diese wird bei HBM mit übereinandergestapelten DRAM-Chips zu einem immer größeren Problem, das die Hersteller angehen müssen.
Nvidia wollte zwar immer höhere HBM-Geschwindigkeiten, musste die Vorgaben aber letztlich wegen thermischen Problemen wieder nach unten korrigieren.
Beim neuen Datenblatt fiel aber auch auf, dass parallel die Angaben zum Durchsatz von Nvidias Hochgeschwindigkeits-Bus NVLink verändert wurden. Die Schnittstelle verbindet die Rubin-GPUs mit den Vera-CPUs. Ursprünglich wurden pro GPU 3,6 TB/s (bidirektional) genannt, jetzt sind es aber nur noch 3 TB/s.
Hier wird gemutmaßt, dass es zu Problemen bei der Signalintegrität gekommen ist und daher die Taktrate von 56 GHz auf 47 GHz abgesenkt wurde.
In puncto Speichermenge und -durchsatz hat AMD derzeit die Nase vorn vor Nvidia Rubin. Letzteres liegt allerdings nicht am Speichertakt, sondern daran, dass AMD schlicht mehr HBM4-Stapel einsetzt. Genau genommen sind es sogar 50 Prozent mehr (12 vs. 8).
Die KI-Beschleuniger der Serie Instinct MI455X bieten somit 432 GB HBM4 mit kombiniert bis zu 23,3 TB/s, während es bei Nvidia Rubin 288 GB HBM4 mit nun nur noch 19,2 TB/s (vorher 22 TB/s) sind. Rechnet man auf den Durchsatz pro Pin herunter liegt AMD bei nur rund 7,6 Gbit/s. Vom offenbar kritischen Bereich oberhalb von 10 Gbit/s ist AMD also weit entfernt, eine Korrektur nach unten ist daher sehr unwahrscheinlich.
Der Abschnitt wurde zwischenzeitlich korrigiert, da die Zahl der HBM-Stacks zuvor nicht berücksichtigt wurde.