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Audi investiert in Amerika, Neckarsulm bangt
Audi will in den USA ein neues Werk bauen, der Auftritt des Firmenchefs auf einer Wahlkampfveranstaltung von Trump sorgt für heftige Kritik. Zugleich ist die Zukunft von deutschen Audi-Werken offen - wie in Neckarsulm.
Corinna Sinn fasst die Diskussion um Audis Ankündigung, in den USA ein neues Werk zu bauen, ganz einfach zusammen: "Wenn die ein Geschäft kriegen, fällt bei uns ein Geschäft weg." Seit 40 Jahren arbeitet sie im Audi-Werk Neckarsulm, erst als Schweißerin, dann als Ultraschallprüferin. Mit dem Ende der Produktion des Audi A8 fiel auch ihre bisherige Tätigkeit weg. Jetzt ist sie beim "Einlegen": Sie legt Bauteile in Vorrichtungen oder Maschinen ein.
Auch Corinna Sinns Mann hat die Veränderungen in Neckarsulm hautnah miterlebt. Er arbeitete ebenfalls am A8 und musste in einen anderen Bereich wechseln. Die Sorgen der beiden werden nicht kleiner, wenn sie von neuen US-Werken hören und den umstrittenen Wahlkampfauftritt von Konzernchef Gernot Döllner bei Donald Trump verfolgen. "Klar machen wir uns um die Zukunft Sorgen", sagt sie.
Einst, nach der Fusion von Auto Union und NSU zu Audi im Jahr 1969, war Neckarsulm stolze Konzernzentrale. Sechzehn Jahre lang, bis der Unternehmenssitz nach Ingolstadt verlegt wurde.
Heute steht Neckarsulm auf der Kippe: Es geht dabei um die Frage, ob dort auch in Zukunft noch Autos gebaut werden. Die Produktion von A5 und A6 soll Ende 2033 auslaufen. Neue Modelle, die danach in Neckarsulm vom Band rollen könnten, hat Audi bislang nicht zugesagt.
Im schlimmsten Fall stehen die Bänder danach still. Zwar sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2033 ausgeschlossen. Doch diese Garantie schützt nur die Beschäftigten vor Entlassungen, nicht aber die Autoproduktion über diesen Zeitpunkt hinaus.
US-Präsident Trump und Audi-Chef Döllner auf einer Bühne - das stößt auf scharfe Kritik.
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Das hat schon ein "Geschmäckle", wie man in Baden-Württemberg sagt: Während die Zukunft der Produktion in Neckarsulm über 2033 hinaus offen ist, soll das neue Werk im US-Bundesstaat Georgia Anfang der 2030er-Jahre anlaufen. Auch, wenn dort erst einmal ganz andere Fahrzeugtypen gebaut werden sollen: große SUVs wie der Q7, der Q8 oder der Q9. Diese werden bislang im slowakischen Bratislava produziert, nicht in Neckarsulm.
Sollten sich dadurch allerdings Produktionsabläufe und Modellzuordnungen an anderen Standorten verändern, könnte das auch Auswirkungen auf deutsche Werke haben - vor allem für die "Wackelkandidaten" wie Neckarsulm.
Kommentar
26.10.2026