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Chekov ist tot – zum Tode von Walter Koenig
Mit 90 Jahren ist Walter Koenig gestorben. Bekannt wurde er durch „Star Trek“ in den 60ern, in den 90ern spielte er in „Babylon 5“ eine ganz andere Rolle.
Walter Koenig mit Ehefrau und Tochter bei der Verleihung seines Sterns auf dem Hollywood Walk of Fame 2012
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Wenn ein Schauspieler erst in der zweiten Staffel zu einer bei ihrer ersten Ausstrahlung nur mäßig erfolgreichen Serie stößt, die dann drei Jahre später abgesetzt wird – wie wird seine Rolle dann zu einer Kultfigur? Im Falle von Walter Koenig, der am 25. Oktober 2026 verstorben ist, fällt die Antwort leicht: Man spielt die eng umrissene Rolle des ständig etwas überforderten Navigators an Bord der Enterprise 1701 (kein A, oder andere Buchstaben) stets mit Humor.
Das schaffte Koenig ab 1967. Und zwar so konsequent, dass seine Figur des Pavel Chekov dann auch bis zum Ende der Serie 1969 und in allen Kinofilmen mit der originalen Crew bis 1994 einen festen Platz hatte. Dabei wurde der damals 30-jährige vor allem deswegen für die zweite Staffel an Bord geholt, um ein jüngeres Publikum anzusprechen. Er sah dem Sänger der Band „The Monkees“ ähnlich, und bekam die passende in den 1960ern angesagte Pilzkopf-Frisur verpasst.
Weil jung und gutaussehend nicht reichte, schrieben Trek-Erfinder Gene Roddenberry und seine Autoren auch noch eine Art Running Gag in Koenigs Rolle. Der nur als Fähnrich auf der Brücke aktive Pavel Chekov behauptete seinen Vorgesetzten gegenüber immer wieder, dass alle Meilensteine der Menschheitsgeschichte aus Russland kämen. Ein offensichtlicher Seitenhieb auf das „Space Race“ um die Eroberung des Weltraums zwischen den USA und der Sowjetunion in den 1960er Jahren.
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Walter Marvin Koenig wurde 1936 in Chicago als Sohn russischstämmiger Einwanderer geboren. Daher lag es wohl nahe, ihm für „Star Trek“ – selbst in der deutschen Synchronisation – einen deutlich wahrnehmbaren russischen Akzent in die Rolle zu schreiben. Der war jedoch erkennbar etwas holprig, Koenig berief sich auf seinen Vater, der so gesprochen habe, und machte daraus eine Tugend. Er zog den komischen jungen Russen – was ja auch seine Rolle war – einfach durch. Schon in seiner ersten Fernsehserie, „The Lieutenant“, arbeitete er von 1963 bis 1964 unter Gene Roddenberry, man vertraute einander offenbar.
Der Rest ist Star-Trek-Geschichte, so wie Kirk, Spock, Scotty und Pille (im Original: Bones) wurde Chekov zu einer festen Instanz im ersten weltweit erfolgreichen Science-Fiction-Fernsehuniversum. Und 30 Jahre später brillierte Walter Koenig in einem zweiten.