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Tails 7.15.1 sperrt kompromittierte Zertifikate
Das Tails-Projekt hat am 23. Oktober die Notfallversion 7.15.1 seines auf Anonymität ausgelegten Live-Betriebssystems veröffentlicht. Das Update reagiert auf ein Sicherheitsproblem beim Zertifikatsanbieter eMudhra, dessen betroffene Zertifikate Angreifer für die Manipulation verschlüsselter HTTPS-Verbindungen nutzen könnten.
Der Vorfall bei dem indischen Anbieter wurde am 17. Oktober bekannt. Mit einem kompromittierten Zwischenzertifikat könnten Angreifer beliebige Websites imitieren, auch wenn die Verbindung durch HTTPS verschlüsselt ist. Darauf weist das Tails-Projekt hin. Für einen solchen Angriff kämen laut Tails ein Tor-Ausgangsknoten, der Internetanbieter eines solchen Knotens oder staatliche Akteure infrage. Onion-Dienste sind von der Schwachstelle nicht betroffen. Nach eigenen Angaben liegen dem Tails-Projekt bislang keine Hinweise darauf vor, dass Tor-Ausgangsknoten den Angriff bereits eingesetzt haben.
Bei Tails ist dieses Risiko besonders relevant, weil Angreifer über einen Tor-Ausgangsknoten oder dessen Internetanbieter versuchen könnten, verschlüsselte Verbindungen abzufangen und zu manipulieren.
Tails 7.15.1 enthält den Tor Browser 15.0.26. Dieser behebt die unter CVE-2026-113470 dokumentierte Schwachstelle und blockiert sämtliche Zertifikate von eMudhra. Darüber hinaus haben die Entwickler den Zertifikatsspeicher des Debian-Pakets `ca-certificates` angepasst. Damit sollen auch andere Anwendungen unter Tails den betroffenen Zertifikaten nicht mehr vertrauen.
Tails steht für „The Amnesic Incognito Live System“. Das auf Debian basierende Betriebssystem lässt sich von einem USB-Stick oder einer DVD starten und leitet Netzwerkverbindungen zur Anonymisierung über das Tor-Netzwerk.
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