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KI-Boom: Fujifilm verfünffacht die Produktion von Magnetbändern
Der KI-Boom lässt nicht nur den Bedarf an SSDs und Festplatten steigen. Auch Magnetbänder erleben ein Comeback: Fujifilm investiert bis 2028 rund 57 Millionen Euro in sein Werk Odawara in Japan und will die Produktionskapazität verfünffachen. Im Fokus stehen große Datenträger mit bis zu 100 Terabyte für Archive und Backups.
Fujifilm will die Produktionskapazität für Magnetbänder verfünffachen. Dafür plant der japanische Konzern Investitionen von insgesamt 10 Milliarden Yen, umgerechnet rund 57 Millionen Euro, berichtet Nikkei aus Japan. Das Geld soll bis zum Geschäftsjahr 2028 überwiegend in den Ausbau des Werks in Odawara nahe Tokio fließen. Im Mittelpunkt stehen besonders leistungsfähige Magnetbänder mit Kapazitäten von bis zu 100 TB. Dem Bericht zufolge handelt es sich um die größte Investition des Unternehmens in die Magnetbandproduktion seit rund 20 Jahren – ein wahres Comeback der Technologie.
Fujifilm beschäftigt sich bereits seit 1954 mit der Technologie. Ursprünglich entwickelte das Unternehmen Magnetbänder für Rundfunktechnik, später kamen Anwendungen für die Audio- und Videoaufzeichnung hinzu. Heute stehen vor allem professionelle Datensicherung und die langfristige Archivierung im Mittelpunkt.
Der Grund für den geplanten Ausbau ist der steigende Speicherbedarf durch künstliche Intelligenz. Laut dem Marktforschungsunternehmen IDC könnte das weltweite Datenaufkommen bis 2030 auf 718 Zettabyte wachsen. Das wäre das Vierfache des noch 2024 benötigten Volumens. Rechenzentren müssen daher nicht nur leistungsfähige Speicher wie DRAM, HBM und NAND (SSD) für den laufenden Betrieb bereitstellen, sondern auch immer größere Datenbestände langfristig sichern.
Zu den wichtigsten Anbietern von Magnetbändern gehören Fujifilm und Sony bei den Medien. Bei Laufwerken und automatisierten Bandsystemen spielen IBM, Hewlett Packard Enterprise, Quantum und Spectra Logic wichtige Rollen. Die Technologie bleibt damit ein spezialisierter, aber relevanter Teil der professionellen Speicherinfrastruktur.
SSDs und Festplatten bleiben für schnelle Zugriffe und die Speicherung großer Datenmengen unverzichtbar für die Architektur heutiger Rechenzentren. Magnetbänder punkten dagegen vor allem bei selten benötigten Daten, sogenannten Cold Data. Sie lassen sich kostengünstig über lange Zeiträume aufbewahren und nach dem Beschreiben vom Netzwerk trennen. Das kann bei korrekter Umsetzung Angriffe durch Ransomware erschweren und vor ungewollten Veränderungen schützen.
Laut Nikkei können die Speicherkosten bei Magnetbändern auf ein Viertel der Kosten von Festplatten sinken. Gleichzeitig haben knappe Halbleiterspeicher die Preise von SSDs steigen lassen, während die wachsende Nachfrage von Rechenzentren auch Festplatten verteuert. Dadurch gewinnt das Magnetband in Zeiten des KI-Booms als kostengünstiges Archivmedium zusätzlich an Attraktivität.
Der Trend beschränkt sich nicht auf Fujifilm. Auch andere japanische Hersteller bauen ihre Kapazitäten für Speichertechnik aus. Kioxia plant gemeinsam mit Sandisk Investitionen von insgesamt fünf Billionen Yen (28,5 Mrd. Euro) in die NAND-Flash-Produktion. Unterdessen will Toshiba die Kapazität seiner Festplattenfabrik auf den Philippinen verdoppeln. Die Zulieferer Hoya (285 Mio. Euro) und NHK Spring (200 Mio. Euro) investieren ebenfalls in die Zulieferung von Komponenten für Festplatten.