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EU-Kanada-Gipfel: Kanada wird vorerst kein "assoziiertes EU-Mitglied"
Kanzler Merz und andere EU-Regierungschefs haben die Kanada-Pläne von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen abgeschwächt - kurz vor dem heute beginnenden EU-Kanada-Gipfel. Von einer "assoziierten Mitgliedschaft" ist nicht mehr die Rede.
"Assoziierte Partnerschaft", "strategische Partnerschaft", "Allianz für die Zukunft" - Brüssel tut sich schwer, dem künftigen Beziehungsstatus zu Kanada einen Namen zu geben. Eines ist aber sicher: Es soll etwas Besonderes entstehen, etwas Großes, und darum, so ein EU-Diplomat, "sei dies wahrscheinlich der wichtigste Gipfel, den die EU je abgehalten hat".
Die Erwartungen sind also groß, die europäische Delegation ebenfalls. Sechs EU-Kommissare, diverse Firmenchefs, Ratspräsident António Costa und EU-Chefin Ursula von der Leyen nehmen an dem zweitägigen EU-Kanada-Gipfel in Montreal teil.
Kommissionspräsidentin von der Leyen war es auch, die dem kanadischen Regierungschef Mark Carney einen Sonderstatus einräumte, als sie in ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union sagte: "Mark, ich möchte mit dir daran arbeiten, dass Kanada das erste assoziierte Mitglied der Europäischen Union wird."
Analyse
16.09.2026
Die EU-Kommissionschefin hat in ihrer Rede Prioritäten skizziert - darunter eine engere Partnerschaft mit Kanada.
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In Berlin dachte man wahrscheinlich, man habe sich verhört: "Assoziierte Mitgliedschaft", die hatte Bundeskanzler Merz doch gerade der Ukraine angeboten. Ein mehrstufiges Verfahren, an dessen Ende die Voll-Mitgliedschaft stehen soll, ein völlig anderer Status also als für Kanada. Deutschland hat die geplante Gipfelerklärung deshalb auch erstmal blockiert.
Die Begriffe "assoziierte Mitgliedschaft" und "assoziiertes Mitglied" wurden aus dem Entwurf gestrichen. Nun ist von einer "Alliance for the Future " die Rede.
Kanada und die EU wollen noch mehr zusammenarbeiten - wie genau, ist aber bisher unklar.
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Für Tinatin Akhvlediani, Erweiterungsexpertin der Denkfabrik CEPS in Brüssel, könnte die tiefere Beziehung zu Kanada trotzdem ein "interessanter Rahmen auch für andere gleichgesinnte Länder werden". Die neue Partnerschaft soll jedenfalls auf drei Säulen stehen. Wirtschaft, Sicherheit und gemeinsame Arbeit in internationalen Institutionen wie der UN.