// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Suche nach Opfern des Zugunglücks in Spanien geht weiter
In Spanien suchen die Rettungskräfte nach dem schweren Zugunglück nach weiteren Opfern in den Waggon-Trümmern. Die Regierung versprach Aufklärung, in Madrid gab es Proteste. Als Unfallursache könnte menschliches Versagen eine Rolle gespielt haben.
Nach dem verheerenden Zugunglück in Spanien gehen die Bergungsarbeiten weiter. Mit Hilfe dreier großer Kräne seien Rettungsteams auch die Nacht über im Einsatz gewesen, um nach möglichen weiteren Opfern in den zerstörten Waggons zu suchen, berichtetet der spanische Sender RTVE. Neben Drohnen mit Wärmebildsensoren werden demnach auch Suchhunde eingesetzt.
Bei dem Unglück am Mittwochmorgen waren in der Provinz Toledo mindestens 68 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende verletzt worden, als nahe der Gemeinde Urda zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammenstießen. Ein Zug der staatlichen Gesellschaft Renfe fuhr dabei von hinten auf einen stehenden Zug des privaten Bahnunternehmens Iryo auf. Insgesamt saßen mehr als 540 Passagiere in den beiden Zügen. Die Retter schließen nicht aus, dass sich in den Waggon-Wracks noch weitere Opfer befinden.
Viele Menschen suchten in der Nacht noch nach vermissten Familienangehörigen. Um die Identifizierung der Opfer zu erleichtern, können Angehörige in der Hauptstadt Madrid sowie in den Städten Toledo, Córdoba und Sevilla DNA-Proben abgeben. Zudem wurden in Kastilien-La Mancha und Madrid Zentren für Blutspenden eingerichtet.
Reportage
29.10.2026
In Spanien sitzt der Schock tief über das zweite schwere Zugunglück auf der Hochgeschwindigkeitszugstrecke zwischen Madrid und Andalusien.
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Am Mittwochabend gedachten die Menschen vor zahlreichen Rathäusern in ganz Spanien mit einer Schweigeminute der Opfer. Ministerpräsident Pedro Sánchez rief zudem eine dreitägige Staatstrauer bis Samstag aus - und versprach eine umfassende Aufklärung. "Wir werden der Sache bis zum Ende nachgehen. Sollte es Fahrlässigkeit gegeben haben, wird das ans Licht kommen", versicherte er vor Journalisten an der Unglücksstelle.
"Für ein Land wie Spanien ist es nicht hinnehmbar, innerhalb eines Jahres zwei schwere Unglücke mit Hochgeschwindigkeitszügen zu erleben", sagte Sánchez mit Blick auf das Zugunglück von Adamuz in Andalusien, bei dem im Januar 46 Menschen ums Leben gekommen waren. Sollten sich Fehler im Sicherheitssystem herausstellen, werde man mit aller Konsequenz reagieren.
Die betroffene Strecke war laut Verkehrsminister Puente frisch modernisiert.
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Sánchez steht auch deshalb unter Druck, weil er einen Monat vor der vorgezogenen Parlamentswahl von der konservativen und rechtspopulistischen Opposition für das Unglück verantwortlich gemacht wird. "Korruption tötet", die linke Regierung sei kriminell, sagte etwa der Chef der rechtspopulistischen Partei Vox, Santiago Abascal.