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Diebe stehlen Rechenzentrums-Equipment im Wert von über 100 Millionen US-Dollar
Kriminelle Banden stehlen wiederholt gezielt Lkws mit Rechenzentrums-Equipment wie Servern und Glasfaserkabeln. Der Schaden: über 100 Millionen US-Dollar.
Offenbar haben Diebe zunehmend ein etwas ungewöhnliches Objekt der Begierde: Lastwagen, die Equipment für Rechenzentren geladen haben. In den USA kam es wiederholt zu gezielten Diebstählen von solchen Fahrzeugen. Die dabei gestohlenen Ladungen umfassen unter anderem Server, Glasfaserkabel, Computerspeicherchips, Kupferdrähte und Bitcoin-Mining-Geräte. Die Banden haben seit Juni damit geschätzt Waren im Wert von über 100 Millionen US-Dollar erbeutet, berichtet NBC unter Berufung auf mehrere Quellen aus der Industrie.
Die Verbrecher gehen dabei mehrstufig vor. Erst kapern sie Konten auf Online-Frachtbörsen, über die Versender und Makler Transportunternehmen für ihre Ladungen suchen – eine Methode, die IT-Sicherheitsforscher als wachsenden Trend bei Frachtdiebstählen beschreiben. Auch das FBI warnte schon im April dieses Jahres davor, dass sich solche mehrstufigen, gezielten Diebstähle mehren.
Auf den Portalen posten die Diebe dann Fake-Lieferungen und senden einen infizierten Link an alle Lkw-Unternehmen, die sich darauf melden. Über den Link gelangt Schadsoftware auf die Rechner, mit der die Kriminellen die Konten der Unternehmen übernehmen. Anschließend bieten sie in deren Namen auf echte, lukrative Lieferungen. So landet die Ladung schließlich bei einem eingeweihten Fahrer der Bande.
In einem Fall fälschten sie sogar die Trackingkoordinaten des Lkws per Spoofing. In zwei anderen Fällen rammten Komplizen den Begleitwagen des Sicherheitspersonals, das die Frachtbesitzer zur Eskorte der Ladung angeheuert hatten. Der Lkw fuhr anschließend einfach davon.
Teilweise konnten die Diebe und ihre Ladung nach dem Diebstahl ausfindig gemacht werden, teilweise auch nicht.
Bisher gab es erst knapp zwei Dutzend solcher gezielter Diebstähle, doch Branchenkenner gehen davon aus, dass das Problem weiter wachsen wird. Im Vergleich zu einem Bankraub sei das Verbrechen relativ einfach, die Gewinne seien jedoch groß, so Keith Lewis – Leiter des operativen Geschäfts beim Risikobewertungsunternehmen Verisk CargoNet, das Frachtdiebstähle erfasst – gegenüber NBC News.
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