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Zelda ohne Emulator: Tears of the Kingdom erhält nativen PC-Port
NotRexed hat den Quellcode von SkyboundTOTK freigegeben. Das Fanprojekt soll Zelda: Tears of the Kingdom ohne Emulator unter Windows laufen lassen. Dafür wird der Switch-Programmcode im Voraus in eine PC-Anwendung umgewandelt. Eine fertige Windows-Version steht bislang noch nicht zum Download bereit.
Wer den Port testen möchte, muss ihn daher selbst kompilieren. NotRexed nennt dafür Windows 10 oder 11 in der 64-Bit-Version, Python, die Visual Studio 2022 Build Tools sowie Clang und weitere Entwicklungswerkzeuge. Zusätzlich zu den Spieldateien müssen mindestens 45 GB Speicherplatz frei sein. Die erste Kompilierung kann längere Zeit in Anspruch nehmen.
Vorausgesetzt werden die zuvor extrahierten ExeFS- und RomFS-Daten einer legal erworbenen, unveränderten Version von Tears of the Kingdom in Version 1.0.0. Andere Spielversionen oder Updates unterstützt SkyboundTOTK momentan nicht. Der Quellcode enthält weder Nintendos Spieldaten, noch Schlüssel, Firmware oder Speicherstände. Das Build-Skript kann auch keine Switch-Spieldateien aus NSP- oder XCI-Containern extrahieren.
Der Port verwendet eine statische Neukompilierung, das heißt, dass der ursprünglich für die ARM64-Architektur der Switch gedachte Maschinencode im Vorfeld in C übersetzt und anschließend für Windows kompiliert wird. Eine eigene Laufzeitumgebung stellt die Systemdienste bereit, die das Spiel von der Switch erwartet. Für die Grafikausgabe setzt das Projekt auf WebGPU. Unter Windows wird die Schnittstelle über wgpu-native etwa auf Vulkan oder Direct3D 12 abgebildet, im Browser läuft das Spiel deshalb nicht.
SkyboundTOTK ist auf Tears of the Kingdom ausgerichtet und kein Emulator, der beliebige Switch-Spiele ausführen könnte. Ein Teil der Shader- und Grafikübersetzung findet weiterhin zur Laufzeit statt. Beim ersten Besuch neuer Areale können dadurch Ruckler auftreten. Ein Cache soll bereits verarbeitete Grafik-Pipelines für spätere Starts vorhalten.
Das Verfahren ist bei Nintendo-Spielen mittlerweile kein Einzelfall mehr. Mitte Oktober berichteten wir bereits über einen inoffiziellen PC-Port von Link’s Awakening, der ebenfalls auf statische Neukompilierung setzt.
Bei der Bildausgabe unterstützt SkyboundTOTK AMDs FSR 1 inklusive einstellbarer Nachschärfung. Das Upscaling arbeitet räumlich und ist nicht mit den neueren temporalen FSR-Verfahren zu verwechseln. Daneben gibt es eine experimentelle Zwischenbildberechnung auf Basis von Optical Flow. Sie stammt aus dem Projekt selbst und ist keine Umsetzung von AMDs FSR Frame Generation. Im Idealfall sollen zusätzliche Bilder die angezeigte Bildrate verdoppeln. Die Simulation des Spiels läuft jedoch unverändert weiter, die Funktion kann daher die Latenz erhöhen und Bildfehler verursachen.
Auch eine Ausgabe auf Ultrawide-Monitoren ist geplant. Allerdings berichtet ein Nutzer, dass das Bild bisher lediglich gestreckt wird. Die Steuerung mit Tastatur und Maus befindet sich ebenfalls noch in der Testphase, Gamepads werden aber bereits unterstützt.
Mit Bildfehlern ist grundsätzlich zu rechnen. In der Fehlerliste stehen Probleme mit Schatten, gestrecktem Gelände und falschen Texturen, wobei einzelne Berichte noch aus älteren Entwicklungsversionen stammen. Bisher hat der Entwickler noch keinen kompletten Spieldurchlauf als funktionsfähig bestätigt. Ein erfolgreicher Programmstart sagt demnach wenig über die Stabilität im weiteren Spielverlauf aus.
Mit UltraTears arbeitet ein weiterer Entwickler unabhängig davon an einem nativen PC-Port von Tears of the Kingdom. Das Projekt von Kuraeow liegt bereits seit dem 25. Oktober als Beta-Version vor und unterstützt die aktuellere Spielversion 1.4.3. Anders als SkyboundTOTK setzt UltraTears bei der Grafikausgabe direkt auf Vulkan. Laut Entwickler lassen sich bereits der Prolog und die Große Himmelsinsel mit den ursprünglichen 30 FPS spielen, wobei es noch zu Rucklern kommt. Ein herunterladbares Hilfsprogramm übernimmt die Kompilierung auf dem eigenen PC. Eine fertige Spielversion wird