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Datacenter-Boom, PC-Krise: Intel-Aktie stürzt nach schwachem Ausblick ab
Intel steigerte den Quartalsumsatz um 21 Prozent auf 16,5 Mrd. US-Dollar. Ein kräftiges Plus im Datacenter-Geschäft glich die Schwäche bei PCs aus. Doch die Aussicht auf ein schwaches Schlussquartal, knappe Produktionskapazitäten und hohe Ausgaben belasteten die Aktie: Nachbörslich verlor sie zeitweise mehr als ein Fünftel.
Intel hat das dritte Quartal 2026 mit mehr Umsatz und deutlich besseren operativen Kennzahlen abgeschlossen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden US-Dollar. Die Bruttomarge verbesserte sich um 4,8 Prozentpunkte auf 43 Prozent, die operative Marge um 10,3 Punkte auf 15,3 Prozent. Der Nettogewinn, der Intel zuzurechnen ist, sank dennoch um 18 Prozent auf 3,32 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie meldete der Konzern 0,52 US-Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber 0,23 US-Dollar ein Jahr zuvor.
Das Wachstum kam vor allem aus dem Bereich Data Center and AI (DCAI): Die Sparte setzte 7,3 Milliarden US-Dollar um, 78 Prozent mehr als vor einem Jahr. Ihr operativer Gewinn lag bei 3,04 Milliarden US-Dollar. Intel führt die Nachfrage unter anderem auf den wachsenden Bedarf an Serverprozessoren zurück. Das Unternehmen erwartet, dass die Zahl der Server-CPU-Einheiten in der Branche 2026 und 2027 jeweils um mehr als 30 Prozent wächst. Die Nachfrage übersteige das verfügbare Angebot, sagt Intel; zusätzliche Fertigungskapazität könne das Wachstum weiter erhöhen.
Anders lief es im PC-Geschäft: Die Sparte Client Computing and Physical AI (CCPG) erzielte 8,1 Milliarden US-Dollar Umsatz, fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Der operative Gewinn der Sparte betrug 2,29 Milliarden US-Dollar. Intel beschreibt eine schnellere Korrektur am PC-Markt: Hohe Speicherpreise und eingeschränkte Verfügbarkeit verteuerten Systeme, während PC-Hersteller ihre Lagerbestände an die schwächeren Verkäufe anpassten. Intel erwartet für 2026 einen Rückgang des PC-Marktvolumens um etwa zwölf Prozent; in der zweiten Jahreshälfte soll das Minus mehr als 20 Prozent betragen. Eine nachhaltige Erholung sieht das Management erst, wenn sich Speicherangebot und Preise normalisieren. Auch die Prognose für 2027 bleibt vorsichtig.
Intel Foundry steigerte den ausgewiesenen Umsatz um 58 Prozent auf 6,7 Milliarden US-Dollar. Darin sind interne Geschäfte mit Intel-Produkten enthalten; nach Konsolidierung werden diese Umsätze teilweise herausgerechnet. Die Sparte machte im Quartal operativ 1,85 Milliarden US-Dollar Verlust. Damit bleibt die Fertigung ein großer Kostenblock, während Intel in neue Prozesse und Kapazitäten investiert. Der Konzern meldete außerdem 5,1 Milliarden US-Dollar operativen Cashflow und einen bereinigten freien Cashflow von 1,64 Milliarden US-Dollar im Quartal.
Für das vierte Quartal stellt Intel 15 bis 16 Milliarden US-Dollar Umsatz, eine bereinigte Bruttomarge von rund 38 Prozent und 0,25 US-Dollar bereinigten Gewinn je Aktie in Aussicht. Die mittlere Umsatzprognose von 15,5 Milliarden US-Dollar und der Gewinn liegen unter den damaligen Analystenerwartungen. Zusätzlich drückt eine Explosion Mitte Oktober im Werk Kiryat Gat in Israel, bei dem mehrere Angestellte ihr Leben verloren, auf die Kapazität: Intel bezifferte gegenüber Reuters den erwarteten Umsatzeffekt für das vierte Quartal auf rund 300 Millionen US-Dollar und die Belastung der Bruttomarge auf etwa zwei Prozentpunkte. Die Anlage fährt nach einem zweiwöchigen Stillstand nur erst wieder hoch.
Nach Veröffentlichung der Zahlen fiel die Intel-Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als 20 Prozent. Der Einbruch lässt sich allerdings nicht allein mit dem Quartal erklären: Der Markt reagierte vielmehr auf den schwächeren Ausblick, die anhaltende PC-Flaute und die begrenzte Fähigkeit, die starke Servernachfrage zu bedienen. Hinzu kommt der hohe Kapitalbedarf: Intel plant 2026 rund 20 Milliarden US-Dollar Investitionen und erwartet für das Gesamtjahr keinen positiven Cashflow.