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Phantom Blade Zero: Ich hielt es für das nächste 08/15-Soulslike – und lag ziemlich daneben
Nach fünf Stunden ist klar, warum S-Games Actionspiel so viel Lob bekommt: spektakuläre Kämpfe, tolle Optik und erstaunlich wenig Leerlauf.
Normalerweise würdet ihr an dieser Stelle einen Test zu Phantom Blade Zero lesen, inklusive Pro-und-Contra-Liste und Wertung. Doch aus uns unbekannten Gründen haben wir keine Review-Version erhalten. Während andere Redaktionen ihre Rezensionen bereits mehrere Tage vor dem Release veröffentlichen konnten, durften wir erst zum offiziellen Verkaufsstart loszocken.
Ein düsteres Action-Adventure des chinesischen Entwicklerstudios S-Game, das traditionelle Wuxia-Kampfkunst mit Fantasy, Horror und einer eigenwilligen „Kungfupunk“-Ästhetik verbindet. Das mit der Unreal Engine 5 entwickelte Spiel ist seit dem 28. Oktober 2026 für PC und PlayStation 5 erhältlich.
Ein kompletter Test hätte bedeutet, das Ding erst von vorn bis hinten durchzuspielen und euch noch tagelang warten zu lassen. Deshalb gibt es an dieser Stelle meine geballten Eindrücke aus den ersten fünf Spielstunden.
Wobei: Eigentlich waren es sechs. Die erste Stunde habe ich allerdings damit verbracht, einen Fortschrittsbalken anzustarren.
Beim ersten Start kompiliert Phantom Blade Zero seine Shader. Das ist zunächst nichts Ungewöhnliches und im Prinzip sogar begrüßenswert, weil die Arbeit dann nicht mitten im Spiel erledigt werden muss und dort für hässliche Ruckler sorgt. Ungewöhnlich war allerdings, wie lange sich mein Rechner damit beschäftigte.
Eine ganze Stunde lang lag die CPU-Auslastung fast permanent bei 100 Prozent und der Rechner war faktisch lahmgelegt. Irgendwann habe ich nicht mehr auf den Fortschrittsbalken, sondern nur noch ängstlich auf die CPU-Temperatur geschaut und meinem geliebten Gaming-Rechner gut zugeredet.
Auch auf Steam und Reddit häufen sich die Beschwerden über die extrem langen Wartezeiten bei der Shader-Kompilierung. Bei manchen Spielern bleibt der Vorgang sogar hängen oder der Rechner stürzt ab. Von einem Absturz blieb ich zunächst verschont. Der kam erst während des Spielens, als mein Bildschirm plötzlich schwarz wurde und der Rechner wegen CPU-Überhitzung neu startete.
Aber kommen wir zum Spiel selbst: Phantom Blade Zero hat mich im Vorfeld nicht die Bohne interessiert. Weder Trailer noch Screenshots oder Gameplay-Clips konnten bei mir Begeisterung wecken. Aus irgendeinem Grund hatte ich das Spiel als weiteres 08/15-China-Soulslike abgestempelt: düstere Welt, asiatische Fantasy, Schwerter, Konter, riesige Bosse. Man kennt das ja. Nicht zwingend schlecht, aber nach ungefähr 746 Spielen dieser Sorte verspürte ich auch keinen dringenden Wunsch, Nummer 747 kennenzulernen.
Natürlich bedient sich Phantom Blade Zero einiger typischer Soulslike-Zutaten: Rastpunkte zum Speichern und Aufleveln, anspruchsvolle Gegner, Konter und fette Bosse, die ihre Lebensleiste nicht gleich beim ersten Händedruck freiwillig leeren. Doch es gibt entscheidende Unterschiede: Ihr könnt zwischen mehreren Schwierigkeitsgraden wählen, verliert beim Tod keine mühsam gesammelten Ressourcen und bereits besiegte Gegner tauchen nicht plötzlich wieder auf, nur weil ihr euch ausgeruht habt.