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Glühwürmchen-Prinzip könnte Suche nach Außerirdischen verbessern
Glühwürmchen machen sich mit charakteristischen Blinkfolgen inmitten vieler Lichter bemerkbar. Ein neues Modell überträgt dieses Prinzip auf die Suche nach außerirdischer Intelligenz. Demnach könnten einfache Signale allein dadurch auffallen, dass sich ihr Rhythmus deutlich von natürlichen kosmischen Quellen unterscheidet, ohne dass ihre Botschaft entschlüsselt werden muss.
Tempe (U.S.A.). Viele Projekte bei der Suche nach außerirdischer Intelligenz halten Ausschau nach Funksignalen, die an menschliche Technik erinnern. Doch unbekannte Zivilisationen könnten sich auf eine Weise bemerkbar machen, die solchen Erwartungen nicht entspricht.
Der Sternenhimmel liefert zahlreiche regelmäßig wiederkehrende Signale, von denen manche auf den ersten Blick erstaunlich geordnet wirken. Eine alternative Suchstrategie könnte deshalb bei der Frage ansetzen, ob sich ein Signal gezielt von diesen natürlichen Mustern abhebt, unabhängig von seinem Inhalt.
Forscher der Arizona State University (ASU) um Prof. Sara Imari Walker haben dieses Prinzip anhand der Kommunikation von Glühwürmchen in ein Modell übertragen. Bei vielen dieser Insektenarten helfen artspezifische Blinkfolgen während der Paarungszeit dabei, Artgenossen inmitten anderer Lichtsignale zu erkennen.
Das Modell überträgt die Idee einer auffälligen Signalfolge auf den kosmischen Funkhintergrund. Statt einen komplizierten Code zu entwerfen, erzeugt es einfache Abfolgen aus Sendephasen und Pausen, die sich möglichst stark von den Signalen ihrer Umgebung unterscheiden.
Dabei lässt sich auch der Energieaufwand berücksichtigen. Denn lange oder häufige Sendephasen können für einen hypothetischen Sender teurer sein als kurze Impulse, während eine höhere Auffälligkeit zugleich die Erkennbarkeit begünstigen könnte.
Für einen Test nutzte das Team Daten von 158 Pulsaren aus dem Katalog der Australia Telescope National Facility. Pulsare sind schnell rotierende Neutronensterne, deren gebündelte Strahlung von der Erde aus als regelmäßig wiederkehrender Impuls wahrgenommen werden kann.
Der Modellalgorithmus vergleicht die Dauer und die Abstände solcher Pulse mit künstlich erzeugten Signalfolgen. Für unterschiedliche Gewichtungen von Unterscheidbarkeit und Energiebedarf ermittelt er dann einen Rhythmus, der nach seiner eigenen Bewertungsfunktion möglichst wenig Ähnlichkeit mit dem ausgewählten Pulsarhintergrund besitzt.
In diesen Modellrechnungen ließen sich künstliche Folgen erzeugen, die nach den gewählten Kriterien deutlich aus den natürlichen Vergleichssignalen herausstachen. Der entscheidende Unterschied ist damit nicht die Komplexität einer möglichen Botschaft, sondern die auffällige Struktur des Signals selbst.
Ein ungewöhnliches Muster ist jedoch noch kein Beleg für eine außerirdische Zivilisation. Das Modell hat keine fremde Botschaft entdeckt, sondern hypothetische Signale erzeugt und mit einer begrenzten Auswahl realer Pulsardaten verglichen.