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Blutfette nach Erdnussverzehr mit geringerem Diabetesrisiko verbunden
Erdnüsse und Erdnussprodukte können die Zusammensetzung der Blutfette verändern. Ein daraus abgeleitetes molekulares Muster war in einer großen Langzeitstudie mit einem etwas geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden. Ob der Verzehr selbst vor der Erkrankung schützt, lässt sich aus diesen Daten allerdings nicht ableiten.
Potsdam-Rehbrücke (Deutschland). Nicht allein der Gesamtgehalt an Blutfetten ist für die Stoffwechselgesundheit interessant. Auch die Frage, welche Fettsäuren in welchen Fettmolekülen vorkommen, könnte Hinweise auf den Einfluss unserer Ernährung liefern.
Erdnüsse enthalten neben einfach ungesättigten Fettsäuren auch ungewöhnlich langkettige gesättigte Fettsäuren mit mehr als 20 Kohlenstoffatomen. Ob sich diese Zusammensetzung im Blut als charakteristisches Muster erkennen lässt und was ein solches Muster über spätere Erkrankungen aussagt, war bislang kaum untersucht.
Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) um Dr. Inés Domínguez-López haben dafür zwei unterschiedliche Untersuchungen miteinander verknüpft. Zunächst werteten sie die randomisierte Ernährungsstudie ARISTOTLE aus, an der 63 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 33 Jahren teilgenommen hatten.
Die Teilnehmer erhielten sechs Monate lang täglich entweder 25 Gramm geröstete Erdnüsse, 32 Gramm Erdnussbutter oder 32 Gramm einer Kontrollbutter mit Erdnussöl. Vor und nach diesem Zeitraum wurden ihre Blutfette mit einem Verfahren gemessen, das viele einzelne Fettmoleküle gleichzeitig unterscheiden kann.
Zwischen den drei Gruppen zeigte sich kein eindeutiger Unterschied in der Veränderung des gesamten Lipidprofils. Deshalb fassten die Wissenschaftler die Daten aller Gruppen zusammen und verglichen die Blutwerte vor und nach der Intervention innerhalb der Teilnehmer. Bei dieser Auswertung veränderten sich 51 Kombinationen aus Fettsäuren und Fettklassen.
„Dabei handelt es sich nicht nur um einen einfachen Anstieg der Fettwerte, sondern um eine komplexe Veränderung des Lipidoms“, erklärt Dr. Inés Domínguez-López.
Auffällig waren vor allem sehr langkettige gesättigte Fettsäuren, insbesondere solche mit 22 und 24 Kohlenstoffatomen. Sie fanden sich vermehrt in bestimmten Fettmolekülen wie Ceramiden, die Bestandteile von Zellmembranen sind und auch an Stoffwechselprozessen beteiligt sein können.
Aus den Veränderungen leiteten die Forscher eine gewichtete molekulare Signatur ab, die sie Peanut Lipidomic Signature (PeLS) nannten. Anschließend prüften sie anhand der EPIC-Potsdam-Langzeitstudie, ob dieses Muster im Blut mit späteren Erkrankungen zusammenhing. In der zugrunde liegenden Bevölkerungskohorte waren insgesamt 27.548 Frauen und Männer erfasst worden.
Für die Diabetesanalyse standen Blutproben einer Fall-Kohorten-Stichprobe zur Verfügung, zu der 774 Menschen mit neu aufgetretenem Typ-2-Diabetes gehörten. Ein um eine Standardabweichung höherer PeLS-Wert war mit einer um etwa elf Prozent niedrigeren Diabetes-Erkrankungsrate verbunden. Der statistische Risikokennwert lag bei 0,89 und sein 95-Prozent-Konfidenzintervall zwischen 0,80 und 0,99.