// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Erneut Proteste und Zusammenstöße in Frankreich
Am dritten Samstag in Folge haben in Frankreich Hunderttausende Menschen protestiert - erst friedlich, doch am Ende kam es wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die bleibt auch nach Ende der Protestzüge in Alarmbereitschaft.
Tanzende Demonstranten und Demonstrantinnen, Musik und friedliche Stimmung am frühen Nachmittag in Paris: Zwar hatte es im Vorfeld großen Unmut darüber gegeben, dass der Protest nicht durch die belebten Shoppingstraßen und Ausgehviertel von Paris ziehen durfte. Doch am Ende fügten sich die Demonstrierenden und protestierten zunächst ohne Zwischenfälle.
Die Wut über die Verhältnisse aber blieb: "Hier gibt es junge und weniger junge Menschen jeder Hautfarbe und Herkunft, Männer, Frauen, Schüler, Studierende, Beamte und Angestellte in der Privatwirtschaft", sagt eine Demonstrantin. "Und wir alle vereinen uns hier, um zu sagen: Wir haben die Schnauze voll von der Doktrin der Sparsamkeit, der Austeritätspolitik."
Es sei zuerst um die Kaufkraft gegangen, sagt ein anderer Demonstrant. "Aber in Wahrheit geht es um dieses ganze System. Hier fließen alle sozialen Kämpfe zusammen. Hier kommt der Wille zum Ausdruck, die Dinge wirklich zu ändern."
Trotz erster Zugeständnisse der französischen Regierung wollen Schüler erneut gegen die Bildungspolitik protestieren.
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Das Innenministerium gibt an, dass heute in ganz Frankreich etwa 320.000 Menschen demonstriert haben. Die Veranstalter sprechen von knapp einer Million. Landesweit sind 70.000 Polizisten im Einsatz.
Das harte Vorgehen der Polizei in den vergangenen Wochen, bei dem einige Schüler schwer verletzt worden waren, hat viele Demonstrierende erst auf die Straße getrieben. So auch Coralie. "Ich bin wirklich enttäuscht, dass diese Polizeigewalt nicht aufgearbeitet worden ist", sagt die Demonstrantin. "Alle diese zum Teil schwer verletzten Jugendlichen. Deshalb bin ich heute auf die Straße gegangen."
In Frankreich geht die Regierung mit einem Maßnahmenkatalog auf die protestierenden Schüler zu.
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Innenminister Laurent Nunez hatte im Vorfeld harte Entschlossenheit der Sicherheitskräfte angekündigt. Am späten Nachmittag kam es in Marseille, Lyon und Grenoble schließlich doch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und schwarz gekleideten Demonstranten. In Paris eskalierte die Situation am Endpunkt, als die Polizei den Protestzug auflöste: Steine, Flaschen, Feuerwerkskörper wurden in Richtung der Polizei geschleudert. Diese reagierte mit Tränengas.
Gegen Abend kam es zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei, auch Feuerwerkskörper wurden gezündet - wie hier in Paris.