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Katzen und ihre Halter teilen eine überraschende Verbindung
Zwischen Katzen und ihren Haltern könnte eine messbare hormonelle Verbindung bestehen. In einer kleinen Beobachtungsstudie hingen ihre Oxytocinwerte zusammen, während höhere Werte bei den Tieren mit weniger negativer Stimmung ihrer Besitzer einhergingen. Auch räumliche Nähe zur Katze war mit mehr Tatkraft verbunden, ohne dass sich daraus eine Ursache ableiten lässt.
Kyoto (Japan). Katzen begleiten Menschen seit Jahrtausenden, doch die gesundheitlichen Folgen ihres Zusammenlebens sind wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Manche Untersuchungen finden positive Effekte auf das Wohlbefinden, andere weisen auf schwächere oder sogar gegenteilige Zusammenhänge hin.
Aus Untersuchungen an Hunden ist bekannt, dass bestimmte Hormonwerte von Tier und Halter miteinander zusammenhängen können. Bei Katzen wurde ein solcher Zusammenhang zwischen beiden Partnern bislang kaum untersucht, obwohl die Art ihrer täglichen Begegnungen eine Rolle spielen könnte.
Forscher der Kyoto University (KyotoU) um Dr. Saho Takagi haben deshalb 19 Katzenhalter und ihre 29 Katzen einen Monat lang begleitet. Jeweils dreimal sammelten sie Urinproben, um die Konzentrationen des an sozialen Bindungen beteiligten Oxytocins und des Stresshormons Cortisol zu bestimmen.
Für die gemeinsame Hormonanalyse standen Proben von 24 Katzen aus 17 Haushalten zur Verfügung. Kleine Bluetoothsender an den Katzenhalsbändern lieferten außerdem Signale an Smartphones der Halter, deren Stärke als Maß für die räumliche Nähe im Zuhause diente.
Die Stimmung der Teilnehmer wurde einmal mit einem standardisierten Fragebogen erfasst. Ein Verhaltenstest prüfte ergänzend, ob sich die Katzen abhängig von ihren Hormonwerten eher vertrauten oder fremden Personen näherten.
Die Auswertung zeigt einen positiven Zusammenhang zwischen den Oxytocinwerten von Mensch und Katze. Je höher der Wert beim Halter war, desto höher lag er tendenziell auch beim Tier, während höheres Cortisol beim Menschen mit niedrigerem Oxytocin bei der Katze einherging.
Ein vergleichbarer Zusammenhang zwischen den Cortisolwerten beider Partner ließ sich nicht zuverlässig nachweisen. Die Ergebnisse sprechen damit eher für eine Verbindung über Oxytocin als für einen gemeinsamen Stresshormonspiegel.
Außerdem waren höhere Oxytocinwerte der Katzen mit weniger Ärger, Anspannung, Niedergeschlagenheit und Verwirrung bei ihren Haltern verbunden. In einer zusätzlichen Auswertung auf Haushaltsebene blieben davon vor allem die Zusammenhänge mit Verwirrung und Anspannung statistisch gestützt, wodurch die übrigen Ergebnisse an Sicherheit verlieren.
Je stärker das Bluetoothsignal und damit die geschätzte räumliche Nähe zwischen Katze und Halter, desto höher fiel dessen Wert für Tatkraft und Aktivität aus. Der Zusammenhang blieb auch bestehen, als die Daten auf Haushaltsebene zusammengefasst wurden.