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100 Tage im Amt: Spürbar anders - Ukraines Armee unter Chef Drapatyj
Seit 100 Tagen ist der neue ukrainische Armeechef Drapatyj im Amt. Er verändert Führungsstrukturen und setzt auf mehr Eigenverantwortung an der Front. Auch kremlkritische russische Analysten bemerken eine Veränderung.
Mychajlo Drapatyj ist der dritte ukrainische Armeechef seit dem russischen Überfall vor fast fünf Jahren. Seine Ernennung stieß beim Militär sofort auf ein positives Echo. Aus zwei Gründen: Mit seinen 43 Jahren ist er deutlich jünger als seine Vorgänger im Amt. Außerdem kämpfte er an vorderster Front - schon 2014, als Russland im Osten der Ukraine sogenannte Volksrepubliken ausrufen ließ und dort Armeen aufbaute.
Der ehemalige Sprecher der Landstreitkräfte, die Drapatyj früher anführte, sagte nach seiner Ernennung: "Er hat gezeigt, dass er in schwierigen Situationen strukturiert und adaptiv handelt. Ich habe von niemandem eine negative Rückmeldung gehört.
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Drapatyj berufen, nachdem Menschen zahlreich gegen seinen Vorgänger Oleksandr Syrskyj demonstriert hatten. Sie warfen ihm unter anderem vor, die Armee zu autoritär zu führen.
Nach 100 Tagen im Amt habe Drapatyj in der Armee bereits einiges verändert, sagen Beobachter. Die Tendenz: weniger Mikromanagement, mehr Verantwortung auf unteren Ebenen.
Diese Herangehensweise an die Armeeführung sei neu, sagt Jurij Butusow, früher Kriegsberichterstatter und heute selbst Soldat: "Die Kommandeure der Armeekorps müssen dem Oberkommandierenden nicht mehr zweimal am Tag Bericht erstatten. Es ist positiv, dass so weniger Zeit verloren geht."
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Beobachter heben zudem hervor, dass Drapatyj stärker in größeren Strukturen denkt. Er schuf zwei sogenannte Armeegruppen für das Donezkbecken, wo sich das Frontgeschehen vor allem abspielt. Diese Armeegruppen bestehen jeweils aus mehreren Korps. Dies soll die Koordination verbessern.