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Marktbericht: Teurer Wohnraum bremst Deutschlands Wirtschaft
Der Mangel an Wohnraum und die hohen Mieten verhindern die berufliche Mobilität und erschweren Unternehmen die Suche nach Fachkräften. Experten fordern deshalb mehr Anreize für den Wohnungsbau.
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum entwickelt sich zunehmend zu einem ernsthaften Problem für die deutsche Wirtschaft. Was für viele Menschen vor allem eine soziale Belastung ist, wird nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten immer stärker zu einem Standort- und Wachstumsrisiko.
Hohe Mieten erschweren den beruflichen Aufstieg, bremsen die Mobilität von Arbeitskräften und können dazu führen, dass Unternehmen dringend benötigte Fachkräfte nicht gewinnen. Das geht aus einem Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium hervor.
Die Ökonomen, die das Ressort von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) beraten, warnen darin vor den wirtschaftlichen Folgen der Wohnungsknappheit. "Hohe Wohnkosten belasten die Haushalte und erschweren den Wechsel an einen produktiveren Arbeitsplatz", heißt es in dem Gutachten. Wohnungsmangel sei damit längst nicht mehr nur eine soziale Frage, sondern ein Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands.
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Das Problem zeigt sich insbesondere in den wirtschaftsstarken Regionen. Dort sind die Löhne häufig höher, gleichzeitig aber auch die Mieten. Wer für einen besser bezahlten Arbeitsplatz beispielsweise nach München, Frankfurt oder in eine andere Wachstumsregion ziehen möchte, muss einen erheblichen Teil des zusätzlichen Einkommens für die Wohnung aufbringen. Im ungünstigsten Fall lohnt sich der Jobwechsel finanziell kaum noch.
"Wer für einen Job umzieht, hat kaum mehr Geld in der Tasche", sagte Felix Bierbrauer, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats, mit Blick auf die steigenden Neuvertragsmieten. Die Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands orientierten sich deshalb immer weniger an regionalen Lohnvorteilen.
Das hat Folgen für den gesamten Arbeitsmarkt: Wenn Beschäftigte attraktive Stellen nicht annehmen können, weil sie vor Ort keine bezahlbare Wohnung finden, bleiben Produktivität und wirtschaftliche Chancen ungenutzt.
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Der Wissenschaftliche Beirat schlägt deshalb mehrere Maßnahmen vor, um den Wohnungsbau anzukurbeln. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kommunen. Sie sollen stärkere Anreize erhalten, zusätzliches Bauland auszuweisen.