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PCM: Porsche 911, Taycan, Panamera und Cayenne bekommen MIB 4
In den Baureihen 911, Taycan, Panamera und Cayenne hält eine neue Infotainment-Generation Einzug. Sie kombiniert die MIB-4-Hardware mit Porsche Digital Interaction, KI-Sprachsteuerung und einem erweiterten App-Angebot. Das System soll schneller reagieren und digitale Funktionen über die Modellreihen hinweg vereinheitlichen.
Die neue Infotainment-Generation inklusive der mit dem Cayenne Electric eingeführten Design- und Interaktionssprache „Porsche Digital Interaction“ wird schrittweise in neu produzierte Fahrzeuge des 911, Taycan, Panamera und Cayenne eingeführt. Wann sie verfügbar ist, hänge von Markt, Modell, Produktionszeitpunkt und Ausstattung ab.
Dem neuen Porsche Communication Management (PCM) liegt eine Hardware-Plattform auf Basis des MIB 4 (Modularer Infotainment-Baukasten der 4. Generation) zugrunde. Dessen System-on-Chip-Architektur soll bis zu fünfmal mehr Rechenleistung bieten als die Vorgängergeneration. Das soll sich im Alltag durch schnellere Systemstarts, kürzere Ladezeiten und flüssigere Bedienung bemerkbar machen. Auch mehrere Anwendungen gleichzeitig sollen besser funktionieren: Apps können im Hintergrund aktiv bleiben und beim Wechsel schneller wieder zur Verfügung stehen.
Die zusätzliche Leistung schafft nach Angaben des Herstellers die Grundlage für künftige digitale Funktionen. Porsche will Software und ausgewählte Funktionen nach der Auslieferung weiterentwickeln können. Dafür seien umfassende Over-the-Air-Updates vorgesehen, die neue Softwarestände direkt ins Fahrzeug bringen.
Mit „Porsche Digital Interaction“ überträgt Porsche die Design- und Bedienlogik, die mit dem Cayenne Electric eingeführt wurde, auf weitere Modelle. Dazu zählen die Baureihen 911, Taycan, Panamera sowie Cayenne mit Verbrennungs- und Hybridantrieb. Die Benutzeroberfläche soll über die verschiedenen Displays hinweg einheitlicher wirken und sich stärker an persönliche Vorlieben anpassen lassen.
Dazu gehört auch ein frei drehbares 3D-Modell des jeweiligen Fahrzeugs in seiner Außenfarbe. Über das virtuelle Auto sollen sich Fahrzeugfunktionen und Einstellungen direkt aufrufen lassen. Fünf Themes und Widgets ergänzen die Personalisierung.
Auch Navigation und Sprachsteuerung werden mit dem Wechsel zum neuen MIB 4 erweitert. Navigation Plus erhält eine neue 3D-Kartendarstellung und greift auf Online-Kartendaten sowie Echtzeit-Verkehrsinformationen zurück. In vollelektrischen Modellen plant der Porsche Charging Planner Ladestopps und berücksichtigt dabei die Vorkonditionierung der Batterie. Das soll die Ladeplanung in die Routenführung integrieren.
Der weiterentwickelte Voice Pilot nutzt laut Porsche künstliche Intelligenz und ein Large Language Model. Dadurch soll er natürliche Sprache sowie mehrstufige Anfragen und Rückfragen verarbeiten können. Über Sprache lassen sich die Navigation, ausgewählte Fahrzeugfunktionen, Medien und bestimmte Apps steuern. Welche Funktionen jeweils genau verfügbar sind, könne laut Porsche je nach Fahrzeug und Ausstattung variieren.
Dienste des Herstellers selbst sowie Smartphone-Angebote und Apps von Drittanbietern sollen über standardisierte Schnittstellen im „Blended Ecosystem“ zusammenarbeiten. Das App Center ermöglicht es, Anwendungen direkt im Fahrzeug auszuwählen, herunterzuladen und zu aktualisieren. Das Angebot umfasst unter anderem Audio- und Videostreaming, Navigation sowie Park- und Ladedienste und soll weiter wachsen.
Der MIB 4 läuft unverändert mit Android Automotive OS, jedoch weiterhin ohne Google-Dienste. Einen App Store gibt es aber bereits seit der letzten Überarbeitung des PCM. Laut einer Ankündigung vom Oktober 2023 hatte Porsche ursprünglich angestrebt, ab Mitte des Jahrzehnts mit einer abermals neuen Plattform dann aber doch auf Apps und App Store von Google zu setzen. Das ist mit dem MIB 4 allerdings noch nicht der Fall.