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Kommentar: KI ist ein Fiebertraum
Es gibt gute Argumente für KI. Die Gegenargumente gewinnen jedoch die Oberhand, meint Wilhelm Drehling.
Buchstaben aus Holzklötzen zeigen die Worte F(AI)L.
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Ohne Frage steckt in KI eine Menge Potenzial und egal, wie man es dreht und wendet, mit ihr haben Menschen einige Meilensteine erreicht: Proteine gefaltet, Tumore besser erkannt oder einfach den Software-Backlog bekämpft.
Doch die andere Seite der Medaille scheint mehr zu glänzen: im großen Stil KI-betriebene Bot-Farmen zum Verbreiten von Propaganda und nicht zu vergessen all der KI-Slop, der Social Media überschwemmt, um entweder Ramsch zu verhökern, Ragebait zu betreiben oder Unruhe zu stiften. Eine Analyse des Videobearbeitungsdienstes Kapwing stellte vergangenes Jahr fest, dass circa ein Fünftel aller angezeigten Videos auf YouTube für neue Nutzer KI-generiert sind.
Eine Besserung ist nicht in Sicht, denn die Geldmaschine muss weiterlaufen: Wenn die Investorengelder ausbleiben, dann geht das Licht für viele der KI-Giganten aus. Diese verbrennen jedes Jahr eine absurde Menge Geld. So hat OpenAI für 2025 wahnsinnige 38,5 Milliarden US-Dollar Verlust gemeldet und Anthropic gar 42 Milliarden. Damit Investoren den KI-Hochofen weiter befeuern, ist jedes Mittel recht: Wenn Menschen kurz vor einem mathematischen Durchbruch beim Navier-Stokes-Millennium-Problem stehen, muss OpenAI einschreiten und 130 Milliarden Token auf das Problem werfen, Hauptsache, der eigene Name landet in den Schlagzeilen. Zwischendurch noch ein bisschen Weltuntergangsangst vor dem neuen und noch viel gefährlicheren KI-Modell schüren, dann stimmt die Nachrichtenfrequenz für die Investoren.
Wilhelm Drehling widmet sich seit 2020 bei c't einer breiten Palette an IT-Security-Themen. Dabei deckt er aktuelle Ereignisse ab, taucht in die Geschichte der Kryptografie ein oder hackt Webserver für Lehrzwecke.
Wie seine nerdig veranlagten Kollegen verarbeitet Drehling nicht selten Themen aus der Freizeit in c't-Artikeln: So hat der begeisterte Speedcuber schon über die Mathematik von Zauberwürfeln geschrieben, Smart-Cubes getestet, einen Sudoku-Generator programmiert, QR-Codes per Hand dechiffriert, Doom auf einem Taschenrechner gezockt und Lego-Anleitungen erstellt.
Während Fans in dieser Echokammer der Selbstbeweihräucherung jubeln, werden einige Wenige an der Spitze der Tech-Giganten unverschämt reich. Die sozialen Folgen durch Bots und die ökologischen Probleme durch die Masse an energiehungrigen Rechenzentren darf die Gesellschaft dann am Ende ausbaden.
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