// EUROGAMER.DE — GAMING
Nexus Mods führt neue Offenlegungspflichten für KI-Inhalte ein, aber kein generelles Verbot
Die Plattform setzt auf Transparenz statt Verbannung: Modder müssen Tools künftig offenlegen, während Nutzer neue Filteroptionen erhalten.
Nexus Mods, die größte Plattform für PC-Mods, hat neue Richtlinien vorgestellt. Ziel ist es, Mods klar zu kennzeichnen, die komplett durch generative KI oder mit KI-Unterstützung entstanden sind.
In einem neuen Blogbeitrag bezog Nexus zu verschiedenen Punkten Stellung, stellte aber klar: Ein generelles Verbot von KI-generierten Inhalten wird es nicht geben. Mod-Autoren müssen künftig angeben, ob und auf welche Weise sie KI eingesetzt haben. Zudem gibt es einen neuen Filter, mit dem ihr alle KI-gestützten Mods auf der Website ausblenden könnt.
Foledinho, Miteigentümer der Seite, ist sich bewusst, wie kontrovers der Verzicht auf ein pauschales KI-Verbot ist. Er erklärte, man stehe zwar „für menschliche Kreativität“, es sei jedoch „schwer, eine klare Grenze zwischen Akzeptablem und Inakzeptablem zu ziehen“.
„Ein totales Verbot verbannt KI nicht aus dem Modding-Prozess, sondern sorgt nur dafür, dass niemand mehr offen darüber spricht“, so Foledinho. „Wir wollen genau das Gegenteil: Transparenz, klare Kennzeichnung und verlässliche Regeln, die wir auf unserer Plattform auch durchsetzen können.“
Das gilt auch für Projekte, die komplett von KI generiert wurden – vorausgesetzt, die Autoren legen das offen. „Das bedeutet nicht, dass wir Arbeiten mit KI-Beteiligung grundsätzlich löschen. KI-generierte Mods sind bei uns willkommen, solange sie bestimmte Kriterien rund um Urheberrechte, Transparenz, Darstellung und Verhalten erfüllen“, heißt es im Blogbeitrag weiter.
Die Kennzeichnungspflicht gilt auch rückwirkend für bereits veröffentlichte Mods. Autoren haben 60 Tage Zeit, ihre Einträge zu überprüfen und anzupassen. Parallel dazu überarbeitet Nexus das Web-Interface, damit KI-Tags auf den Download-Seiten künftig deutlicher ins Auge stechen. Alle Änderungen im Backend werden allerdings schrittweise ausgerollt.
„Wir hoffen natürlich, dass diese Änderungen alle dazu ermutigen, den Einsatz von KI offenzulegen. Aber wenn wir ehrlich sind: Das wird nicht passieren“, ergänzte Foledinho. „Deshalb führen wir klare Moderationsstandards ein – inklusive spürbarer Konsequenzen bei Regelverstößen.“
Ein weiteres, damit verknüpftes Problem durch die Flut an KI-unterstützten Inhalten: das Remixen und Modifizieren fremder Mods – oft ohne Erlaubnis der ursprünglichen Schöpfer.
Nexus Mods hat dafür aktuell noch keine fertige Lösung parat. Das Team arbeitet jedoch daran, „neue Berechtigungsoptionen einzuführen, die KI-Nutzung, KI-Training sowie Forks und abgeleitete Mods abdecken“. Gleichzeitig stellte der Beitrag klar, dass Nexus Mods selbst niemals Inhalte für das KI-Training nutzen oder an Dritte verkaufen oder lizenzieren wird.