// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
US-Midterms: Wie Trump abgestraft wurde - und was die Folgen sind
Ein Teilerfolg für die Demokraten war erwartet worden. Doch die Zwischenwahlen in den USA kommen einem Desaster für Präsident Trump gleich. Was war dafür ausschlaggebend und wie geht es jetzt weiter? Fragen und Antworten zu den Midterms.
Die Demokraten haben einen Erfolg erzielt, der deutlicher ausfällt, als viele Beobachter erwartet haben. Sie eroberten beide Kammern des US-Kongresses zurück - das war ihnen zuletzt 2020 gelungen, also parallel zum Sieg von Joe Biden über Donald Trump in der Präsidentschaftswahl. Schon zwei Jahre später gingen beide Kammern des Kongresses wieder an die Republikaner, und dabei blieb es auch 2024.
Die Demokraten halten nun 54 von 100 Sitzen im Senat, bei zwei Sitzen läuft die Auszählung noch. Im Repräsentantenhaus kommen sie derzeit auf 228 von 435 Sitzen, in 68 Distrikten wird noch ausgezählt. Schon jetzt ist die Mehrheit der Demokraten hier klar und komfortabel.
Liveblog
04.11.2026
Verfolgen Sie die Entwicklungen zu den Midterms hier im Liveblog.
mehr
Alle Umfragen vor der Wahl haben deutlich gemacht: Die US-Amerikaner sind höchst unzufrieden mit Präsident Trump. Seine Zustimmungswerte liegen auf einem historisch niedrigen Wert - seit US-Präsident Harry Truman war kein Amtsinhaber weniger populär, und das ist immerhin rund 80 Jahre her.
Trump hat zentrale Wahlversprechen von 2024 nicht eingehalten. Insbesondere für die hohen Lebenshaltungskosten machen die US-Amerikaner Trump verantwortlich. Die Preise für Benzin und Energie sind anhaltend hoch, die Inflation lag kurz vor der Wahl bei 3,7 Prozent und damit deutlich über dem Wert von 2024, als Trump zum zweiten Mal kandidierte und den Bürgern anschließend ein "goldenes Zeitalter" versprach.
Dazu sollten unter anderem die vielen Zölle beitragen, die Trump mit Amtsantritt auf breiter Front erhob, die tatsächlich aber vielen Branchen und Unternehmen in den USA die Geschäfte erschwerten, nicht zuletzt den Farmern - einer wichtigen Wählergruppe in den USA.
Zudem missfällt vielen Wählern, dass Trumps Vermögen seit Beginn seiner zweiten Amtszeit massiv gewachsen ist, während sie sich um ihr wirtschaftliches Überleben sorgen müssen. Auch die guten Geschäfte in Trumps Umfeld fallen auf - in allen Umfragen vor der Wahl tauchte deshalb das Thema Korruption weit oben auf.
Auch ist Trump nicht der "Friedenspräsident" geworden, als der er sich angekündigt hatte. Statt die USA aus militärischen Auseinandersetzungen herauszuhalten, zettelte er den Iran-Krieg an, der sich wiederum auf die erwähnten Lebenshaltungskosten auswirkt, auch wenn Trump das bestreitet. Ein Ende des Konflikts mit Iran ist vorerst nicht abzusehen, vielmehr deutet sich eine neue Eskalation an und damit wahrscheinlich wieder steigende Energiepreise.